Corporate Headquarters
Neue Roland Berger Studie stellt fest: Unternehmenszentralen werden größer und verwalten zunehmend komplexere Systeme
Zentralen großer Unternehmen werden immer "schlauer" – und größer. Der Trend zur Zentralisierung ist seit mehreren Jahren ungebrochen: Unternehmen reagieren auf steigende Komplexität und Kostendruck mit weiterer Zentralisierung. Gleichzeitig bleiben Shared Services und Outsourcing weiterhin wichtige Instrumente zur effizienten Erbringung von Dienstleistungen. Dies sind einige der wesentlichen Ergebnisse der fünften "Corporate Headquarters" Studie, die das CC Corporate Performance von Roland Berger Strategy Consultants veröffentlicht hat.
Bei Gesprächen mit unseren Klienten über den Aufbau ihrer Unternehmenszentrale stehen stets folgende Fragen im Mittelpunkt:
- Ist die Unternehmenszentrale schlank oder gibt es weiteren Raum für Effizienzsteigerungen (ohne Qualitätseinbußen)?
- Welchen Umfang und welche Struktur sollte die Unternehmenszentrale haben?
- Welche Rolle spielt die Unternehmenszentrale für das operative Geschäft?
- Schafft die Zentrale einen Vorteil für das Unternehmen und wird dies wahrgenommen?
- Nutzt die Zentrale die richtigen Instrumente und Methoden, um auf die vorangegangenen Fragen optimal zu reagieren?
Unser Ansatz
In den vergangenen Jahren haben wir einen starken Zuwachs der Komplexität beobachtet. Wir konnten fünf Ansätze zur Gestaltung moderner Unternehmenszentralen identifizieren, die Antworten auf diese wachsende Komplexität bieten:
- Expertenwissen bereitstellen, z.B. über Centers of Excellence
Weltweite Informationsflüsse erfordern die Bündelung des relevanten Wissens – dies kann durch Centers of Excellence erreicht werden, die unternehmensweite Best Practices identifizieren und sich mit externen Wissensträgern austauschen. Die Zentrale schafft Mehrwert durch die Bereitstellung von Wissen und die Ableitung übergreifender Standards, Prozesse und Instrumente. - Dienstleistungen steuern, z.B. in Form von Shared Services und Outsourcing
Von der Zentrale wird die Rolle eines Dienstleisters erwartet – z.B. durch qualitative Verbesserungen sowie die Steuerung von Shared Services und Outsourcing-Partnern. Einsparungen durch Outsourcing werden häufig überschätzt; deshalb kommt der Zentrale die Rolle einer Kontrollinstanz zu. - Schlagkräftige Einheiten bilden, z.B. Corporate Office
Ein erneuter Trend in Richtung kleiner, zentraler Einheiten für strategische und Governance-Aufgaben ist erkennbar – klassische Beispiele sind Corporate Office, Corporate Compliance, Unternehmensentwicklung und Unternehmensorganisation. In den vergangenen Jahren haben diese Einheiten ein starkes Comeback erlebt, nachdem sie zuvor häufig dem Rotstift zum Opfer gefallen waren. - Vernetzt arbeiten, z.B. in Projektteams
Die Arbeit in dezentralen Teams ersetzt zunehmend herkömmliche Organisationseinheiten wie Abteilungen. Einem zentralen Programmmanagement-Büro kommt dabei eine entscheidende Rolle zu. Zahlreiche Unternehmen haben beispielsweise Konzernprogramme zur übergreifenden und kontinuierlichen Leistungsverbesserung initiiert. Dabei wird die Arbeit in Projektstruktur organisiert. - Identität schaffen, z.B. über gemeinsame Werte
Eine übergreifende Unternehmenskultur schafft Identität – wesentliche Effekte sind eine bessere Identifikation mit dem Unternehmen, ein klares Werteversprechen gegenüber den Mitarbeitern, stärkere Mitarbeiterbindung, eine gemeinsame Zielrichtung und eine höhere Durchlässigkeit zwischen Geschäftsbereichen und Ländern. Vor dem Hintergrund der Verunsicherung der Mitarbeiter ist es Aufgabe der Unternehmenszentrale, diese gemeinsame Identität zu schaffen.
Ob und wie weit diese Ansätze Anwendung finden, hängt von den individuellen Gegebenheiten jedes Unternehmens ab. Struktur und Größe von Unternehmenszentralen sollten an den Erfordernissen der unternehmensweiten Rahmenbedingungen ausgerichtet werden. Drei Aspekte bestimmen hierbei aus unserer Sicht die zukünftige Unternehmenszentrale:
- Zentral steuern, dezentral führen, d.h. Relativierung des Gegensatzes von Zentralisierung und Dezentralisierung unter besonderer Berücksichtigung des Zentralisierungsgrads je Funktion
- Verschiebung des Schwerpunkts, d.h. Auflösung traditioneller Standortstrukturen und Verschiebung der Wertschöpfung der Zentrale analog zum Global Footprint des Unternehmens
- Projekt- und Prozessorientierung, d.h. das Projektgeschäft wird zur täglichen Praxis – Virtuelle Organisationsformen ergänzen die klassische Aufbauorganisation
CORPORATE HEADQUARTERS STUDIE 2010
Seit 1999 führt Roland Berger Strategy Consultants zur Identifizierung aktueller und langfristiger Trends in der Strukturierung von Unternehmenszentralen regelmäßig die "Corporate Headquarters" Studie durch. Corporate Headquarters 2010 (PDF, 3997 KB) legt einen Schwerpunkt auf die Größe von Unternehmenszentralen und stellt fünf Ansätze zur Gestaltung moderner Unternehmenszentralen vor. Der Untersuchungsumfang wurde auf Unternehmen aus der ganzen Welt erweitert.
Wenn Sie Ihre Unternehmenszentrale eingehend analysieren und erfahren wollen, wo Sie in punkto Struktur, Größe und Rolle der Zentrale angesichts aktueller Trends und im Vergleich zu anderen Unternehmen stehen, wenden Sie sich bitte an einen unserer Experten.





















