Restrukturierung in Deutschland
2006
Deutsche Unternehmen reagieren heute deutlich langsamer auf Krisen als noch vor drei Jahren. Laut einer Umfrage von Roland Berger Strategy Consultants bei Vorständen und Geschäftsführern deutscher Mittelständler und Großkonzerne leitet nur ein Drittel (30 Prozent) bereits bei ersten Krisensymptomen innerhalb eines Jahres Gegenmaßnahmen ein. Vor drei Jahren noch hatten weit über die Hälfte der Unternehmen (64 Prozent) im Verlauf von zwölf Monaten reagiert. Zu den wichtigsten Faktoren einer erfolgreichen Restrukturierung zählen hohes Engagement des Top-Managements, ein ganzheitliches Konzept sowie schnelle Implementierung. Weiterhin ist Kostensenkung für eine erfolgreiche Restrukturierung wichtig, allerdings gewinnt der Erhalt von Arbeitsplätzen an Bedeutung. Bei der Finanzierung favorisieren die Unternehmen klassische Bankkredite und Kapitalerhöhungen. Um eine Krise zu erkennen, setzen die Unternehmen bevorzugt monatliche Management-Informationssysteme ein. Ist die Restrukturierung erfolgreich abgeschlossen, möchten die meisten Firmen wieder im In- und Ausland wachsen. Alle Teilnehmer, die 2006 hierzu befragt wurden, hatten in den vergangenen drei Jahren ein Restrukturierungsprojekt durchgeführt.

