Autoparadies Brasilien?
2011
Die Nachfrage nach Autos explodiert. Und der Markt ist als dynamisch bekannt. Er bietet gewaltige Chancen. Aber die Anforderungen der Käufer steigen. Die Autoindustrie muss sich anpassen. Wie kann sie es schaffen?
Einst der größte Schuldner der Erde, der 2002 beinahe zahlungsunfähig wurde, ist Brasilien längst ein Wachstumstreiber der globalen Wirtschaft, gemeinsam mit Russland, Indien und China (BRIC).
Mit steigendem Wohlstand nimmt der Wunsch der Brasilianer nach individueller Mobilität zu – mehr und immer bessere Autos werden gekauft. Zugleich symbolisiert das Auto den sozialen Aufstieg – die Ansprüche an Design und sichtbarer Ausstattung wachsen. Etablierte Premiumanbieter profitieren von der steigenden Kaufkraft ebenso wie Hersteller von hippen Einsteigermodellen neuester Art oder innovative Zulieferer, die das Aufrüsten der Fahrzeuge unterstützen. Für chinesische und indische Autobauer ist Brasilien ein Aufmarschgelände ihrer globalen Feldzüge – bis Ende des Jahrzehnts könnten diese über 10% Marktanteil erobern.
Nach Berechnungen von Roland Berger Strategy Consultants könnten sich in Brasilien allein die Pkw-Verkäufe von 2010 bis 2020 auf 6,6 Millionen Einheiten verdoppeln; die Produktion könnte von 3,6 Millionen Autos (2010) auf 5,5 Millionen ansteigen. Schon 2015 könnte Brasilien hinter China und den USA der drittgrößte Pkw-Markt sein und Japan verdrängen. Auch bei den Nutzfahrzeugen ist bis 2018 ein Wachstum von 8% pro Jahr möglich.

