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Triple Transformation: der Weg der Autoindustrie im kommenden Jahrzehnt

Triple Transformation: der Weg der Autoindustrie im kommenden Jahrzehnt

9. September 2020

Wie Entscheider die aktuellen Herausforderungen meistern und Positionierung, Performance und Progress liefern können

Das Triple Transformation Framework unterstützt Automotive-Manager bei der Strukturierung und Bewältigung komplexer Sachverhalte.

Von Covid-19 über die Deglobalisierung bis hin zum Übergang zu einer nachhaltigen Mobilität stehen Entscheider in der Automobilindustrie vor nie gekannten Herausforderungen. Sie müssen ihre Strategien an den größten technologischen Wandel der Menschheitsgeschichte anpassen, die Performance ihrer Unternehmen steigern, um die schwerste Rezession seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs zu überstehen, und hohen Anforderungen an Nachhaltigkeit, Inklusion und Corporate Citizenship genügen. Das Triple Transformation Framework von Roland Berger bietet einen Orientierungsrahmen, um diese dreifache Herausforderung zu meistern, notwendige Anpassungen vorzunehmen und auch in der kommenden Dekade profitabel zu sein.

Die Automobilindustrie kämpft gleich an mehreren Fronten: Neben dem tiefgreifenden Wandel durch den Übergang von konventionellen Antrieben zu neuen Mobilitätsdienstleistungen, Autonomem Fahren, Digitalisierung und Elektrifizierung (MADE) muss sie den Konjunktureinbruch infolge der Corona-Krise bewältigen und auf Megatrends wie die Deglobalisierung und die UN-Agenda für eine nachhaltige Entwicklung reagieren.

Das Triple Transformation Framework hilft der Automotive-Branche bei der Neuaufstellung.
Das Triple Transformation Framework hilft der Automotive-Branche bei der Neuaufstellung.

Eine derart anspruchsvolle Situation erfordert schnelles und entschiedenes Handeln. Bloße PR-Aktionen oder wahllose Investitionen in neueste Trends genügen hier nicht. Gefragt ist vielmehr eine radikale Neubewertung der Unternehmensstrategie.

Unsere Erfahrung zeigt, dass viele Entscheider vom turbulenten, ungewohnten Weltgeschehen regelrecht überwältigt werden. Wie lassen sich die Kosten senken, um den Rückgang der Verkaufszahlen abzufedern? Welche Elemente der Unternehmensstrategie haben noch Gültigkeit? Wie können Lieferketten stabilisiert werden? Wie bleibt das Unternehmen auch langfristig für Investoren und Mitarbeiter attraktiv?

Unser Triple Transformation Framework besteht aus drei Säulen, die bei der Bewältigung der aktuellen Herausforderungen eine tragende Rolle spielen: Positionierung, Performance und Progress. Mit ihrer Hilfe können Automotive-OEMs ihre bisherige Strategie bei Bedarf neu ausrichten, ihre Wettbewerbsfähigkeit sicherstellen und sich als vorbildlicher Corporate Citizen bewähren.

1. Das kommende Jahrzehnt stellt Unternehmen vor große Aufgaben

Wir sehen drei zentrale Herausforderungen, mit denen die Automobilindustrie in den kommenden zehn Jahren konfrontiert sein wird. Die erste dieser Herausforderungen besteht aus vier sozioökonomischen Megatrends, die die 2020er Jahre maßgeblich prägen werden. An erster Stelle ist dabei zweifellos der Übergang zu einer post-fossilen Gesellschaft zu nennen, angetrieben durch Faktoren wie die „Fridays for Future“-Bewegung, den eine Billion Euro umfassenden Green Deal der EU-Kommission und eine neue, auf Nachhaltigkeit ausgerichtete Fokussierung der Investoren, die dem gesellschaftlichen Druck zugunsten einer CO2-neutralen Zukunft Rechnung trägt.

Die lauter werdenden Forderungen nach sozialer Gerechtigkeit, wie sie besonders durch die „Black Lives Matter“-Proteste verkörpert werden, sind ein weiterer bedeutsamer Megatrend. Schließlich stellt auch die fortschreitende Deglobalisierung als Folge von Handelskriegen, protektionistischer Politik, z. B. in Gestalt von Trumps „America First“-Politik, und nationalistischen Bestrebungen, wie sie sich z. B. beim Brexit zeigen, wesentliche Weichen für das kommende Jahrzehnt.

Verstärkt wird all dies durch eine nie gekannte Volatilität: Die wirtschaftliche Unsicherheit erreichte schon vor 2020 immer neue Rekordmarken, die Aktienmärkte agieren extrem nervös, und die Covid-19-Pandemie könnte dramatische Negativfolgen für das globale Bruttoinlandsprodukt haben.

2. Die Corona-Krise hat den tiefgreifenden Wandel der Automobilindustrie nicht zum Stillstand gebracht

Zusätzlich zu den globalen Megatrends kämpft die Branche auch mit ureigenen Transformationsaufgaben. Der Übergang von herkömmlichen, konventionell angetriebenen Privatautos zu zukunftsorientierten Formen der Mobilität lässt sich nicht aufhalten – eine Erkenntnis, der viele etablierte Automotive-Unternehmen immer noch hinterherhinken. Die von Roland Berger identifizierten MADE-Trends werfen ein Schlaglicht auf die resultierenden Probleme.

Indem die Schnittstelle zum Kunden zunehmend durch Anbieter neuartiger Mobilitätsdienstleistungen besetzt wird, drohen klassische OEMs zu bloßen Techniklieferanten degradiert zu werden. Zugleich werden diese OEMs beim Autonomen Fahren durch Tech-Konkurrenz und bei der Entwicklung künftiger Wertschöpfungsmodelle durch digitale Player bedroht. Nicht zuletzt sind Elektroautos zwar in zahlreichen Märkten unverzichtbar zur Einhaltung der CO2-Grenzwerte, werfen derzeit aber noch deutlich weniger Gewinn ab als herkömmliche Fahrzeuge.

3. Der konjunkturelle Einbruch wird die Finanzkraft der Unternehmen auf Jahre hinaus schwächen

Die dritte Herausforderung in Gestalt der aktuellen Rezession bedeutet, dass Automobilunternehmen ihre Transformationsstrategie neu bewerten müssen, da ihnen die Mittel zur Finanzierung des Wandels wegbrechen. Im laufenden Jahr könnten krisenbedingt 20 bis 40 Prozent weniger Light Vehicles verkauft werden als noch 2019, und auch auf längere Sicht lässt sich nicht abschätzen, wann das Vor-Krisen-Niveau wieder erreicht wird.

Triple Transformation

Das Triple Transformation Framework weist einen Weg durch den Hindernisparcours, dem sich die Automobilindustrie gegenübersieht. Es kann dem Senior Management dabei helfen, komplexe Zusammenhänge zu überblicken, Struktur und Ruhe in den Entscheidungsprozess zu bringen und dadurch effektive Lösungen zu finden. Drei Säulen strukturieren diesen Prozess:

  • Positionierung: Überdenken Sie Ihre Strategie im Licht der aktuellen Herausforderungen und Ihrer langfristigen Ziele. Stellen Sie insbesondere Ihre Antworten auf die MADE-Megatrends auf den Prüfstand, wobei Sie auf eine realistische Einschätzung der Marktentwicklung achten sollten, und unterziehen Sie Geschäftsmodelle, Partnerschaften und Investments einer gründlichen Neubewertung. Wie können Investitionen in Mobilitätsdienstleistungen auf längere Sicht profitabel werden? Können intern entwickelte L4/L5-Lösungen im Wettbewerb bestehen? Braucht Ihr Unternehmen neue Partner? Kommen alternative Geschäftsmodelle wie Battery-as-a-Service als Gewinnbringer in Frage? Wie lässt sich der Wandel zu einem softwareorientierten Unternehmen erfolgreich vollziehen?
  • Performance: Richten Sie Ihr Geschäft so aus, dass die Kernelemente der Wertschöpfung im Fokus stehen und eine hohe Wettbewerbsfähigkeit sichergestellt ist. Straffen Sie die indirekten Kosten, indem Sie unnötige Ausgabentreiber beseitigen, und optimieren Sie die direkten Kosten von wertschöpfenden Aktivitäten. Wie lassen sich Produkt- und Optionsportfolios radikal verschlanken? Wie können komplexe Sachverhalte ganzheitlich beurteilt, gemanagt und vereinfacht werden? Wie kann das Distributionssystem in der Automobilindustrie effizienter, wertschöpfender und digitaler werden?
  • Progress: Stellen Sie Ihr Unternehmen neu auf, so dass es den Erwartungen von Kunden, Mitarbeitern und Gesellschaft gerecht werden kann. Sorgen Sie für mehr Nachhaltigkeit bei ökologischen, sozialen und Governance-Fragen, und entwickeln Sie flexiblere Wertschöpfungsketten. Schaffen Sie ein Unternehmen, das auch in unruhigen Zeiten Bestand hat und sich als vorbildlicher Corporate Citizen erweist. Ein wichtiger Schritt kann in der Einführung eines Governance-Systems bestehen, das sich an den bewährten ESG-Kriterien orientiert. Zusätzlich sollten Sie sich folgende Fragen stellen: Auf welche UN-Nachhaltigkeitsziele sollte Ihr Unternehmen hinarbeiten? Wie kann es auf lange Sicht CO2-neutral werden? Wie kann es resilienter gegenüber kurzfristigen, aber massiven Störungen des Geschäftsumfelds werden und zugleich die Diversität und Inklusion von Belegschaft und Management stärken?

Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für entschiedenes Handeln. Roland Berger bietet Ihnen das notwendige Instrumentarium, um die dreifache Transformationsaufgabe erfolgreich zu meistern. Ob umfassende Evaluierung Ihrer Unternehmensstrategie in der „neuen Normalität“, Identifizierung von Einsparpotenzialen oder Verbesserung der Nachhaltigkeit – wir entwickeln Lösungen, die Ihre Anforderungen nicht nur erfüllen, sondern sogar übersteigen. Weitere Einzelheiten zu diesem Thema folgen in Kürze. Bis dahin können Sie gerne jederzeit mit uns in Kontakt treten.

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