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Covid-19 hat die Wirtschaft hart getroffen – Restrukturierungsbedarf explodiert

16. November 2020

Prognose: Keine Erholung weit und breit, Experten rechnen mit massivem Anstieg beim Restrukturierungsbedarf

"Die zweite Welle und der erneute Lockdown machen die Hoffnungen auf einen baldigen Aufschwung zunichte."
Portrait of Sascha Haghani
Senior Partner, CEO Germany and DACH Region, Member of the Supervisory Board
Frankfurt Office, Zentraleuropa

Kein Ereignis der vergangenen Jahrzehnte hat so massive Auswirkungen auf die weltweite Konjunktur wie die Corona-Krise. Der Lockdown in der ersten Jahreshälfte sowie die Ausgangsbeschränkungen im November haben die Wirtschaft massiv unter Druck gesetzt – und lassen eine Erholung in weite Ferne rücken.

Roland Berger hat 500 Restrukturierungsexperten aus Deutschland, Österreich und der Schweiz um eine Prognose für das kommende Jahr gebeten und die Ergebnisse in der „Restrukturierungsstudie 2020“ verdichtet. Fazit: Kaum ein Experte rechnet noch mit einer v-förmigen Erholung der Konjunktur. Im Gegenteil: Mit 86 Prozent erwartet eine überwältigende Mehrheit der Befragten einen signifikant steigenden Restrukturierungsbedarf im kommenden Jahr.

Die Experten sind sich einig, dass die zweite Welle und der erneute Lockdown die Hoffnungen auf einen baldigen Aufschwung zunichtemachen. Viele Fachleute rechnen sogar mit einer mehrjährigen Stagnation. Dabei beurteilen die Befragten die Situation in Deutschland noch ein wenig optimistischer als im restlichen Europa, wo der Aufschwung mehrheitlich noch ein Jahr später erwartet wird.

In Folge der Corona-Pandemie wird der Restrukturierungsbedarf immens ansteigen.
In Folge der Corona-Pandemie wird der Restrukturierungsbedarf immens ansteigen.

Unsicherheit über die Folgen von Covid-19

Die Unsicherheit hinsichtlich der Pandemiefolgen ist aus Sicht der befragten Restrukturierungsexperten auch in Zukunft die größte Bedrohung für die Wirtschaft: 31% der Experten sehen die Corona-Folgen auf Platz 1 der Risiken. Geopolitische Gefahren wie globale Handelskriege (26%) oder der Brexit (13%), die in den Monaten vor der Corona-Krise die öffentliche Diskussion bestimmten, verlieren damit an Gewicht.

Besonders hart hat die Krise den Tourismus getroffen. Fluggesellschaften und Reiseanbieter sehen sich einem nie dagewesenen Einbruch der Umsätze gegenüber. Fast jeder dritte Experte sieht in dieser Branche im kommenden Jahr einen starken Restrukturierungsbedarf. Nur wenig besser sehen die Konjunkturaussichten für die Automobilindustrie aus. Die deutsche Schlüsselindustrie – durch die Folgen des Technologiewandels sowieso schon unter Druck – werde im kommenden Jahr mit immensen Problemen zu kämpfen haben. 28% der Fachleute sehen in dieser Branche großen Restrukturierungsbedarf.

Staatliche Unterstützung der Wirtschaft wirkt

Die staatliche Unterstützung wird von den Experten mehrheitlich positiv beurteilt. Insbesondere die unbürokratische Gewährung des Kurzarbeitergeldes kommt in der Wirtschaft gut an. Rund 90% der befragten Experten billigen der Ausweitung und Erleichterung beim Kurzarbeitergeld eine starke oder sehr starke Wirkung zu. Auch die KFW-Darlehen halten beinahe 70% der Befragten für nützlich.

Die Politik unternimmt aber noch weitere Schritte. So soll am 1. Januar 2021 ein Gesetz über den Stabilisierungs- und Restrukturierungsrahmen (Unternehmensstabilisierungs- und -restrukturierungsgesetz, StaRUG) in Kraft treten. Diese Regelungen schließen nahtlos an die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht durch das Covid-19-Insolvenzaussetzungsgesetz an. Knapp 70 % der Experten erwarten allerdings ein Verkomplizieren des Verfahrens. An diesem Punkt seien wiederum die Restrukturierungsexperten gefragt, um Prozesse aus einer Hand professionell zu unterstützen und zu moderieren.

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Studie

Covid-19 hat die Wirtschaft hart getroffen – Restrukturierungsbedarf explodiert

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Keine Krise seit der jüngeren Vergangenheit hat die Wirtschaft so hart getroffen wie die Corona-Pandemie. Was das für die Wirtschaft und die Restrukturierungsbranche bedeutet, zeigt unsere Restrukturierungsstudie 2020.

Veröffentlicht November 2020. Vorhanden in
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