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FreightTech: Die Zukunft der Logistik

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6. Februar 2020

Neue digitale Technologien und disruptive Ideen revolutionieren den Logistiksektor – Traditionelle Player müssen sich zügig anpassen

Traditionelle Logistikunternehmen reagieren nur zögernd auf die FreightTech-Revolution. Neue, disruptive Marktteilnehmer können so den Takt vorgeben. In dieser Studie gehen wir der Frage nach, welche Hindernisse die traditionellen Anbieter zurückhalten, und zeigen auf, wie sie das Heft des Handelns wieder in die Hand nehmen und ihre dominierende Marktstellung zurückerlangen können.

Die Wertschöpfungskette in der Logistik ist über Jahrzehnte gleich geblieben. Ein Auftrag geht beim Spediteur ein, das zu versendende Paket wird abgeholt, gelagert, transportiert, erneut gelagert und schließlich an den Empfänger ausgeliefert. Erst seit wenigen Jahren wird dieser immer gleiche Ablauf durch innovative Technologien und Ideen herausgefordert, die kollektiv als FreightTech bezeichnet werden. Mehr noch: In den kommenden zwei bis fünf Jahren werden FreightTech-Anwendungen vermutlich jeden Abschnitt der traditionellen Wertschöpfungskette von Grund auf verändern.

Für traditionelle Player, die sich lange auf den Status quo verlassen haben, entsteht daraus ein Problem. Sie müssen sich anpassen, wenn sie sich gegenüber Disruptoren behaupten wollen, die nicht durch den Ballast etablierter Prozesse beschwert werden und enorme Mittel in neue Technologien investieren können – man denke nur an Amazon.

Natürlich ist es noch nicht zu spät für entschlossenes Handeln. In der vorliegenden Studie beleuchten wir die zentralen Entwicklungen im FreightTech-Segment und die Position der Traditionsunternehmen in diesem Umfeld, betrachten die Hindernisse, die ihnen bei der Umsetzung neuer Anwendungen im Weg stehen, und zeigen auf, wie sie diese mit einem Ökosystem-orientierten Ansatz überwinden können.

Zentrale Entwicklungen im FreightTech-Segment

FreightTech-Anwendungen lassen sich drei Bereichen zuordnen: Intelligence, Automatisierung und Integration.

  1. Intelligence: Komplexität und inhärente Vernetztheit der Logistik bieten zahlreiche Chancen für datengestützte Entscheidungen und Optimierungen. Intelligence-Anwendungen beinhalten Tools für die Erzeugung, Übertragung und bessere Analyse von Daten.
  2. Automatisierung: Steigende Produktivität bei fallenden Preisen und längerer Lebensdauer der Roboter fördern den zunehmenden Einsatz entsprechender Systeme in der Logistik. Automatisierungsanwendungen sollen somit in erster Linie manuelle Arbeiten reduzieren.
  3. Integration: Plattform-Modelle werden in der Logistik immer beliebter, müssen jedoch zahlreiche Stakeholder einbinden. Durch die Digitalisierung von Prozessen sollen FreightTech-Anwendungen mehr Transparenz und Kommunikation zwischen Marktteilnehmern erreichen.

Bei der Einführung von FreightTech-Lösungen konzentrieren sich traditionelle Player primär auf Plattform-Modelle. Anbieter von ergänzenden Dienstleistungen wie z.B. TIMOCOM unterstützen die Digitalisierung mit einem eigenen Lösungsportfolio. Am meisten Geld fließt in Intelligence-Anwendungen wie beispielsweise KI-Tools.

Hindernisse bei der Realisierung

Er ist fragmentierter, weniger standardisiert und internationaler als Logistikmärkte in anderen Regionen. Traditionelle Unternehmen stehen vor spezifischen Hindernissen, die eine groß angelegte FreightTech-Nutzung erschweren und Disruptoren den Markteintritt erleichtern. Beispiele hierfür sind hohe Investitionen in Digitalisierung und mangelnder Datenaustausch bedingt durch fehlendes Vertrauen zwischen den Akteuren.

Unser Fazit: Aktuell sind Startups und eCommerce-Anbieter die Antriebsmotoren der Disruption in der Logistik. So entwickelt sich Amazon z.B. zu einem Full-Service-Logistikunternehmen.

Anpassungsstrategien traditioneller Anbieter

Die bisherige Wertschöpfungskette hat ausgedient. Im Zentrum der Logistik befinden sich nun Ökosysteme, bestehend aus dem Netzwerk aller Unternehmen, die über die Supply Chain hinweg am Warentransport beteiligt sind. Um die FreightTech-Chancen konsequent auszuschöpfen, müssen traditionelle Player ihr Ökosystem kennen und ihre derzeitigen Geschäftsmodelle anpassen. Nur so können sie sich in einem dynamischen Marktumfeld behaupten.

Sechs Schlüsselelemente sind ausschlaggebend, um größtmöglichen Wert und Nutzen aus der FreightTech-Revolution zu ziehen. Sie reichen von der Nutzung der Ökosystem-Chancen über die Identifizierung relevanter Technologien bis hin zur Etablierung der Datenhoheit. Gemeinsam ermöglichen sie die Maximierung von Preisniveau und Marktanteil, die Steigerung der Kosteneffizienz und die erfolgreiche Nutzung von Wachstumschancen durch Innovation.

Die Zukunft der Logistik

FreightTech-Anwendungen in den drei Bereichen Intelligence, Automatisierung und Integration sind der Schlüssel für die Entstehung eines integrierten Logistik-Ökosystems, in dem sich Paketsendungen und Container ihren optimalen Frachtweg selbst suchen. Die in diesem Ökosystem vertretenen Anbieter werden vier Hauptkategorien zuzuordnen sein: Aggregierende Meta-Plattformen, integrierte Logistik-Plattformen, zukunftsorientierte Asset-Betreiber und Netzwerkspezialisten. Traditionelle Anbieter müssen ihre Rolle im künftigen Ökosystem bereits heute finden. Nur wer jetzt die richtigen Investitionen tätigt, fährt in Zukunft ganz vorn mit.

"FreightTech-Anwendungen sind der Schlüssel zu den integrierten Logistiksystemen der Zukunft."
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Tobias Schönberg
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Neue digitale Technologien und disruptive Ideen revolutionieren den Logistiksektor – Traditionelle Player müssen sich zügig anpassen.

Veröffentlicht Februar 2020. Vorhanden in
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