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Innovationsbedarf in deutschen Krankenhäusern

Portrait of Oliver Rong
Senior Partner
Hamburg Office, Zentraleuropa
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2. Juli 2018

Kreditfinanzierung als Risiko, Kooperationen als Chance

"Deutsche Krankenhäuser müssen in Digitalisierung, IT und medizinische Innovationen investieren."
Portrait of Oliver Rong
Senior Partner
Hamburg Office, Zentraleuropa

Krankenhäuser in Deutschland stehen wirtschaftlich schlecht da: Fast ein Drittel von ihnen schrieb 2017 rote Zahlen, weitere 10 Prozent erreichten gerade mal ein ausgeglichenes Ergebnis. Mehr als die Hälfte erwartet auch für 2018 keine Besserung. Das zeigt die "Krankenhausstudie 2018", für die wir Vorstände und Geschäftsführer der 500 größten deutschen Krankenhäuser befragt haben. Ein Aspekt macht dabei Sorgen: Die Krankenhäuser müssen investieren, vor allem in die Digitalisierung. Wegen der schlechten Ertragslage erfolgt dies jedoch zunehmend kreditfinanziert. Bei steigenden Zinsen drohen den Krankenhäusern damit zukünftig hohe zusätzliche Belastungen.

Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Situation schätzen inzwischen 54 Prozent der deutschen Krankenhäuser ihre Investitionen als ausreichend ein. Wer zu wenig investiert, begründet dies mit nicht ausreichenden Fördermitteln und fehlenden eigenen Mittel aus dem laufenden Betrieb. Dagegen schätzen die befragten Krankenhausmanager den Zugang zu Krediten besser ein als im Vorjahr. Das deutet darauf hin, dass viele Investitionen heute über Kredite finanziert werden. Angesichts der niedrigen Zinsen scheint das auf den ersten Blick auch sinnvoll, doch längerfristig könnte es zum Problem werden. Denn Zinsen und Kredittilgung verlagern die Belastung in die Zukunft und wenn das Zinsniveau wieder ansteigt, kann das fatale Folgen haben.

Ärzte behandelt eine Patient
Vielen Krankenhäusern in Deutschland geht es wirtschaftlich schlecht. Trotzdem müssen sie in Innovationen investieren, um zukunftsfähig zu sein.

Ohne Investitionen keine Zukunft


Klar ist: Krankenhäuser müssen investieren und Innovationen einführen, sonst sind sie irgendwann nicht mehr zukunftsfähig. Ganz besonders gilt dies bei der Digitalisierung der Krankenversorgung, aber auch andere Bereiche erfordern Investitionen. Zum Beispiel haben viele Häuser eine veraltete IT-Infrastruktur, die dringend modernisiert werden muss. Das sehen auch die für die Studie befragten Manager so: Sie nennen die Digitalisierung inzwischen unter den wichtigsten drei Trends, die für ihre Häuser relevant sind. Auch setzen deutlich mehr Krankenhäuser als noch im Vorjahr (93%, 2017: 58%) auf digitale Themen zur Steigerung der Wirtschaftlichkeit. 33 Prozent (2017: 31%) konnten ihr Ergebnis mit Digitalisierungsmaßnahmen auch tatsächlich steigern.

Innovationen aus Kooperationen


Für Innovationen braucht es allerdings nicht immer kostspielige Investitionen: Viele Krankenhäuser arbeiten inzwischen mit Medizintechnikunternehmen zusammen an neuen Ideen und Lösungen. 54 Prozent der Befragten sehen solche Firmen als Treiber für Innovationen, 70 Prozent gehen gezielt Kooperationen mit ihnen ein. Dabei geht es meist um Fortschritte bei der Qualität der Behandlungen und um Effizienzsteigerungen. Dagegen zielen überraschenderweise bisher nur 16 Prozent der Kooperationsprojekte auf die Digitalisierung der Krankenversorgung. Dabei besteht gerade hier ein großes Potenzial, das Krankenhäuser und Medizintechnikhersteller gemeinsam zum beiderseitigen Nutzen erschließen können. Die Zahl entsprechender Projekte wird daher in Zukunft deutlich zunehmen.

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Studie

Innovationsbedarf in deutschen Krankenhäusern

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Fast 30% der deutschen Krankenhäuser schrieb 2017 rote Zahlen. Trotzdem müssen sie in Digitalisierung, IT und medizinische Innovationen investieren. 70 Prozent von ihnen gehen auch Partnerschaften mit Medizintechnikunternehmen ein, um Innovationen schneller voranzutreiben.

Veröffentlicht Juli 2018. Vorhanden in
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