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Künstliche Intelligenz für Finanzdienstleistungen

Portrait of Sebastian Maus
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Berlin Office, Zentraleuropa
+49 211 4389-2259
24. Juni 2019

Wie Banken und Versicherungen den radikalen Wandel für ihren Erfolg nutzen können

Künstliche Intelligenz ist aus vielen Lebensbereichen nicht mehr wegzudenken. Auch die Finanzdienstleistungsbranche nutzt sie bereits, so testen Banken und Versicherer zum Beispiel Chatbots oder automatisierte Kreditprüfungen. Wie in anderen Branchen sind die Möglichkeiten vielfältig, doch die meisten Unternehmen stehen noch ganz am Anfang eines Prozesses, der in den kommenden Jahren die Finanzindustrie auf den Kopf stellen wird. Daher ist es höchste Zeit, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und eine Strategie zu erarbeiten, wie man als Bank oder Versicherer die neuen Technologien erfolgreich in das Geschäftsmodell integriert.

Mit ihren datengetriebenen Geschäftsmodellen sind Banken und Versicherungen optimal für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz geeignet.
Mit ihren datengetriebenen Geschäftsmodellen sind Banken und Versicherungen optimal für den Einsatz von Künstlicher Intelligenz geeignet.
"KI bietet Banken und Finanzdienstleistern enorme Chancen. Voraussetzung für den erfolgreichen Einsatz ist aber eine passende Strategie und Einbindung in das Geschäftsmodell."
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Zwar reden heute alle von Künstlicher Intelligenz (KI), doch meistens nur aus technologischer Sicht: Was kann KI? Was benötigen wir dafür? Wo können wir sie einsetzen? Doch gerade in der Finanzdienstleistungsbranche ist KI ein strategischer Vermögenswert, der weit über den technologischen Nutzen im Einzelfall hinausgeht. Denn bei Banken und Versicherungen dreht sich alles um Daten, außerdem gibt es keine dinglichen Produkte wie in der Automobil- oder Handelsbranche. Das sind die perfekten Voraussetzungen für den Einsatz von KI, die bei großen Mengen an digitalen Daten andere Analyseverfahren in Bezug auf Geschwindigkeit und Qualität weit übertrifft.

Allerdings gibt es keine Standard-KI-Lösung für alle Anforderungen und Probleme der Branche – unterschiedliche Geschäftsstrategien verlangen nach unterschiedlichen KI-Strategien. Deshalb muss jedes Unternehmen für sich die Entscheidung fällen, wie und in welchem Umfang es die neuen Technologien einsetzen will. Um diesen Prozess kommt keiner herum, wenn er nicht das Risiko eingehen will, beim KI-gesteuerten Wandel der Branche abgehängt zu werden. Denn ohne KI wird es nicht gehen. Und auch der Minimalansatz, nur das Nötigste zu tun, damit man den Hype nicht ganz verpasst, ist keine Erfolgsoption. Schon allein deshalb, weil KI kein vorübergehender Hype ist, sondern die Grundfesten der Branche auf Dauer verändern wird.

Drei Optionen für Finanzdienstleister

Die Möglichkeiten, KI in Banken und bei Versicherern einzusetzen, sind vielfältig und reichen von Datenmanagement über interne Prozesse bis hin zu Produkten im Bereich Investment-Beratung, Kreditwesen oder Zahlungsabwicklung (vgl. Grafik). Doch es ist zu wenig, sich aus dieser Palette einfach etwas auszusuchen. Vielmehr müssen die möglichen KI-Anwendungen immer in Verbindung mit einer breiteren strategischen Zielsetzung betrachtet werden. Dafür stehen im Prinzip drei Optionen zur Auswahl:

  • Bei der Variante "Augmented Human Intelligence" dient die KI-Technologie als Werkzeug zur Steigerung von Effizienz und Leistung. Daten und intelligente Algorithmen werden genutzt, um Prozesse zu automatisieren und Mitarbeiter zu unterstützen, zum Beispiel indem sie ihnen das beste Angebot vorschlagen oder Echtzeitbewertungen erstellen. In dieser Stufe der KI-Nutzung bleiben Geschäftsmodell und Wertschöpfungskette im Wesentlichen unverändert. Nach wie vor trifft der Mensch die Entscheidungen, aber eben unterstützt durch Empfehlungen der Algorithmen.
  • Die zweite Option, „Machine knows best”, geht einen Schritt weiter: Zwar bleiben auch hier die grundlegenden Geschäftsabläufe erhalten, aber deren Ausführung ändert sich komplett: Menschliche Intelligenz wird nicht nur erweitert, sondern in ganzen Prozessen oder Funktionen vollständig ersetzt. Dafür dienen Roboter, die an internen und externen Datensätzen und für eine Vielzahl von Anwendungsfällen geschult werden. Ein Beispiel dafür wäre etwa ein automatisiertes Call Center.
  • Der dritte Ansatz, "Data is king", ist der radikalste und führt im Endeffekt zu einer kompletten Neuaufstellung der Banken- und Versicherungsbranche. Dabei wird die intelligente Nutzung von Daten Teil der Corporate DNA, und das gesamte strategische Geschäftsmodell nutzt Daten und KI, um Wert zu schaffen. Das erlaubt Unternehmen, Lösungen anzubieten, die ohne KI nicht möglich sind, etwa einen virtuellen Assistenten, der die Kunden bei finanziellen Entscheidungen berät oder diese sogar automatisiert übernimmt. Damit bietet dieser Ansatz die besten Chancen für innovative Marktteilnehmer, sich vom Wettbewerb zu unterscheiden.

Klar ist, dass die Transformation zu einem vollständig KI-gesteuerten Finanzdienstleister nicht von heute auf morgen erfolgen kann. Manches mag aus heutiger Sicht noch kaum vorstellbar sein, nicht nur wegen regulatorischer Hürden. Doch die Entwicklung geht schnell – noch vor 20 Jahren hätte auch kaum jemand geglaubt, dass eines Tages die wertvollsten Unternehmen jene sein werden, deren Geschäftsmodell sich vollständig auf Daten stützt. Die Finanzdienstleistungsbranche steht heute vor dem radikalsten Wandel ihrer Geschichte. Um nicht von der Entwicklung überrollt zu werden, gilt es jetzt die richtigen Schritte einzuleiten.

Studie

Künstliche Intelligenz für Finanzdienstleistungen

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Künstliche Intelligenz in der Finanzdienstleistungsbranche: Wie Banken und Versicherungen den Wandel erfolgreich nutzen.

Veröffentlicht Juni 2019. Vorhanden in
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