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Lkw der Zukunft: Herausforderung für Transportbranche

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Autonome Lkw, Digitalisierung und Elektroantrieb verändern Transportwesen und Logistik radikal

Lkw transportieren weltweit die meisten Güter: In Europa und den USA beträgt ihr Anteil am Güterverkehr etwa 70 Prozent, in China sogar mehr als 75 Prozent. Doch die Transport- und Logistikbranche wie auch die Nutzfahrzeughersteller stehen unter Druck: Trends wie autonom fahrende Lkw, Elektroantriebe, Digitalisierung, zunehmender Mangel an Fahrern oder schärfere Abgasnormen sorgen für einen massiven Wandel, auf den sich die Unternehmen frühzeitig vorbereiten müssen.

Trotz der enormen Bedeutung des Lkw-Verkehrs für den Gütertransport arbeiten viele Unternehmen der Branche immer noch sehr ineffizient. Zum Beispiel fahren etwa 20 Prozent der Lkw in den USA und Europa leer, in China sogar 40 Prozent. Grund: Freie Ladeflächen und transportfertige Fracht finden nicht zueinander. Deshalb können die Betreiber ihr Potenzial nicht richtig ausschöpfen, während sie gleichzeitig hohe Kosten für die Lkw-Flotten stemmen müssen. Zunehmender Mangel an Fahrern, vor allem im Fernverkehr in Europa und den USA, sowie schärfere Emissionsgrenzwerte sorgen für weiteren Druck.

Die Transportbranche wird sich stark verändern: Speditionen, Lkw-Hersteller und Logistiker müssen sich vorbereiten.
Die Transportbranche wird sich stark verändern: Speditionen, Lkw-Hersteller und Logistiker müssen sich vorbereiten.

Als Lösung für diese Probleme rücken zunehmend fahrerlose Nutzfahrzeuge, elektrische Antriebe und digitale Anwendungen in den Fokus. Das bedeutet allerdings einen radikalen Umbruch, der Logistikunternehmen wie auch Lkw-Hersteller vor Herausforderungen stellt. Vor allem auch, weil der Wandel auf eine sehr fragmentierte Branche trifft: Sie besteht neben wenigen großen Speditionen mit entsprechend umfangreichen Lkw-Flotten überwiegend aus kleinen Transportfirmen mit jeweils nur wenigen Fahrzeugen. Eine Konsolidierung ist daher unvermeidlich, und Unternehmen, die sich dem Wandel verweigern, werden diese kaum überleben.

Mehr Effizienz, niedrigere Betriebskosten

Dabei bieten die technologischen Fortschritte große Chancen für mehr Effizienz und niedrigere Betriebskosten. So laufen bereits Tests mit fahrerlosen (teil)autonomen Lkw, die zum Beispiel für automatisierte Langstreckentransporte im Konvoi genutzt werden könnten. Dann bräuchte es konventionelle Fahrzeuge nur noch als Zubringer am Start und als Verteiler am Ende der automatisierten Strecke. Dadurch könnte der Preis pro Kilometer um bis zu 40 Prozent sinken.

An Lkw mit Elektroantrieb arbeiten sowohl etablierte OEMs als auch Start-Ups. Für den Nahverkehr bis zu 400 Kilometern ist dieser Antrieb trotz hoher Anschaffungskosten wirtschaftlich rentabel, weshalb mehrere Hersteller die Serieneinführung solcher Lkw planen. Neben den Kostenvorteilen treiben vor allem schärfere Emissionsvorschriften und lokale Fahrverbote für Dieselfahrzeuge diese Entwicklung voran.

Von der Digitalisierung profitiert die Branche vor allem durch effizientere Logistikabläufe: Die Vernetzung von Lkw, Lager, Kunden, Lieferanten usw., die Digitalisierung von Prozessen und der Einsatz von Künstlicher Intelligenz kann Ineffizienzen wie Leerfahrten deutlich vermindern und so einen Wettbewerbsvorteil für die beteiligten Unternehmen bewirken.

Insgesamt könnten die technologischen Innovationen die Betriebskosten für Lkw-Flotten um 25 bis 40 Prozent reduzieren. Gleichzeitig ermöglichen sie auch neue Geschäftsmodelle, so dass neuer Wettbewerb entsteht. Logistikunternehmen und Nutzfahrzeughersteller sollten sich darauf vorbereiten und entsprechende Strategien entwickeln.

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Lkw der Zukunft: Herausforderung für Transportbranche

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Die Transportbranche steht vor einer Disruption. Trends wie autonom fahrende Lkw, Digitalisierung und Elektrifizierung werden zur Herausforderung für Speditionen, Logistikunternehmen und Lkw-Hersteller. Die Branche steht zudem vor einer Konsolidierung – wer sich dem Wandel verschließt, wird nicht überleben.

Veröffentlicht September 2018. Vorhanden in
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