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Ohne Energiebinnenmarkt verfehlt Europa seine Klimaziele

Ohne Energiebinnenmarkt verfehlt Europa seine Klimaziele

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Europa setzt auf erneuerbare Energieträger. Allerdings geht der Umbau zu langsam, um die Klimaziele der EU zu erreichen. Denn bis 2030 sollen erneuerbare Energien einen Anteil von 27 Prozent am Energiemix ausmachen. Doch für eine klimafreundliche, zuverlässige und bezahlbare Energieversorgung in Europa ist ein verlässliches Marktumfeld notwendig. Die Lösung: ein integrierter Energiebinnenmarkt für 450 Millionen Verbraucher, der Innovationen und Investitionen fördert, so die neue Roland Berger-Studie "Power to the People – The Future of Europe's Decentralized Energy Market".

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Studie

Europe's Decentralized Energy Market (CH)

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vorhanden in

Zürich, 13. November 2017

Die EU hat sich für die Energiewende ambitionierte Ziele gesetzt. Dabei spielen dezentrale Energienetze eine immer wichtigere Rolle. Allein die dezentralen Speicherkapazitäten sollen weltweit von etwa 400 Megawattstunden im Jahr 2015 auf 50 Gigawattstunden bis 2025 ansteigen. Ein Trend, der durch die zunehmende Wettbewerbsfähigkeit der erneuerbaren Energiequellen ermöglicht wird. So sank etwa der Preis für Solarmodule seit 2010 um fast 80 Prozent.

Doch auf dem Weg zur Energiewende stehen auch noch Hürden: Der europäische Energiemarkt ist kein einheitlich geregelter Markt, sondern unterliegt immer noch den jeweiligen Länderzuständigkeiten. Die unterschiedlichen Politik- und Marktstrategien der einzelnen EU-Länder behindern sich so gegenseitig und gefährden die gemeinsamen Klimaziele Europas. "Wenn die politischen Entscheidungsträger keine gemeinsame europaweite Energiepolitik verfolgen, wird Europa seine Klimaziele verfehlen und von Ländern mit fossilen Rohstoffen abhängig bleiben", bemängelt Roland Berger-Partner Torsten Henzelmann. "Deshalb braucht Europa sehr bald einen integrierten Energiebinnenmarkt."

Position Schweiz
Auch die Schweiz ist von der Entwicklung betroffen. "Beispielsweise hängt die wirtschaftliche Tragbarkeit von hohen Investitionen in Bündner Pumpspeicherkraftwerke, die einen wichtigen Beitrag zur funktionierenden Energiewende in Europa leisten können, stark vom Strompreis ab. Und der liegt in Europa tiefer als ursprünglich vorhergesagt", weiss Sven Siepen, Partner im Zürcher Büro von Roland Berger.

Intelligente Regulierung notwendig
In ihrer Studie nehmen die Experten von Roland Berger vier mögliche Zukunftsszenarien für die europäische Energiewirtschaft unter die Lupe und empfehlen eine intelligente Regulierung als Voraussetzung für funktionierende Marktmechanismen.

So könnte etwa eine Neuauflage des europäischen Emissionshandels marktwirtschaftliche Anreize schaffen. Diese würden sowohl den technischen Fortschritt als auch den Ausbau der erneuerbaren Energien weiter beschleunigen. "Der regulatorische Druck zwingt die europäischen Länder, neue, umweltfreundliche Technologien zur Energiezeugung einzusetzen", erläutert Henzelmann. "Dies zieht wiederum Investitionen in innovative Start-ups und dezentrale Versorgungssysteme sowie höhere Forschungsbudgets nach sich."

So werden etwa leistungsfähige Energiespeicher benötigt, die die witterungs- und saisonabhängigen Schwankungen von Windkraft und Photovoltaik ausgleichen. Investitionen in solche Technologien und Anlagen sind unabdingbar für den Erfolg der Energiewende.

Geschäftsmodelle der Energieversorger ändern sich
Für die etablierten Energieunternehmen bedeutet allerdings die weitere Dezentralisierung der Versorgung in den kommenden Jahren auch eine Transformation ihrer Geschäftsmodelle. Neue Geschäftsfelder werden sich unter anderem im Bereich intelligenter Speicherlösungen und neuer Dienstleistungen, wie der digital gestützten Energieberatung für Privatkunden, etablieren. "Die Versorger müssen ihre Investitionen in fossile Energiequellen und den Zeitpunkt überprüfen, denn sie werden zum Auslaufmodell", rät Torsten Henzelmann. "Das wird am Ende dazu führen, dass je nach Bilanzstärke der Unternehmen ganze Vermögenswerte in separate Gesellschaften ausgegliedert werden."

Durch die Abkehr von fossilen Energieträgern werden Kapazitäten frei, die Firmen für neue Technologien und Geschäftsmodelle nutzen können. Unternehmen sollten in einem zweiten Schritt gezielte Partnerschaften mit Start-ups, Universitäten und Forschungseinrichtungen eingehen. Damit sichern sie sich einen Zugang zu innovativen Technologien. "Wer sich dem Wandel durch die Energiewende nicht anpasst, riskiert, dass sein bislang erfolgreiches Geschäft schnell unrentabel wird", warnt Henzelmann.

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