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Unabhängiger Automotive Aftermarket stärkt die Automobilindustrie mit einem wirtschaftlichen Beitrag von rund 200 Milliarden Euro

Unabhängiger Automotive Aftermarket stärkt die Automobilindustrie mit einem wirtschaftlichen Beitrag von rund 200 Milliarden Euro

  • Neue Studie von Roland Berger und dem Europäischen Verband der unabhängigen Kfz-Teilehändler und -Großhändler (FIGIEFA) beziffert erstmals den wirtschaftlichen Nutzen des unabhängigen Automotive Aftermarket (IAM) über sein direktes Marktvolumen von rund 100 Milliarden Euro hinaus.

  • Bezahlbare Wartung und Reparatur ermöglichen rechnerisch etwa 314 Milliarden zusätzliche Fahrzeugkilometer pro Jahr – neun Prozent mehr Mobilität in Europa.

  • Höhere Fahrzeugrestwerte stärken das mögliche Neuwagenbudget um 65 Milliarden Euro; geringere Ausfallzeiten schaffen weitere 23 Milliarden Euro wirtschaftlichen Nutzen.

München, 4. November 2026

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Der unabhängige Automotive Aftermarket (IAM) leistet einen deutlich größeren Beitrag zu Europas Wirtschaft und Mobilität, als sein direktes Marktvolumen von rund 100 Milliarden Euro vermuten lässt. Das zeigt eine neue Studie von Roland Berger und FIGIEFA, die erstmals den darüber hinausgehenden wirtschaftlichen Nutzen des IAM quantifiziert. Durch bezahlbare Wartung und Reparatur ermöglicht der IAM rechnerisch rund 314 Milliarden zusätzliche Fahrzeugkilometer jährlich. Gleichzeitig erhöhen niedrigere Gesamtbetriebskosten und höhere Fahrzeugrestwerte das potenzielle Budget der Verbraucher für Neuwagen um rund 65 Milliarden Euro. Kürzere Fahrzeugausfallzeiten schaffen darüber hinaus einen wirtschaftlichen Nutzen von rund 23 Milliarden Euro pro Jahr.

„Der unabhängige Automotive Aftermarket ist weit mehr als ein Reparatur- und Ersatzteilmarkt. Er hält Mobilität bezahlbar, erhöht den Restwert von Fahrzeugen und reduziert wirtschaftlich kostspielige Ausfallzeiten“, sagt Maximilian Wegner, Principal bei Roland Berger. „Damit ist der IAM ein wichtiges Element für die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Automobilindustrie und der Wirtschaft insgesamt."

Der IAM umfasst ein europaweites Netzwerk aus unabhängigen Teileherstellern, Teilegroßhändlern, Reparaturwerkstätten und anderen Dienstleistern wie Herstellern von markenübergreifenden Diagnosegeräten, Datenanbietern oder Fernwartungsdienstleistern. Mit einem Marktanteil von rund 64 Prozent gegenüber rund 62 Prozent im Jahr 2021 ist er weiterhin der größte Kanal im europäischen Aftermarket. Zugleich steigt die Bedeutung von Wartung und Reparatur, da sich die Lebensdauer von Fahrzeugen verlängert: Das Durchschnittsalter der Pkw in Europa nahm zwischen 2020 und 2024 von 11,9 auf 12,9 Jahre zu.

„Der unabhängige Ersatzteilvertrieb hat im letzten Jahrzehnt einen tiefgreifenden Wandel durchlaufen. Er ist nicht mehr nur eine Lieferkette, die Teile von einem Ort zum anderen transportiert. Heute ist er ein stark vernetztes Ökosystem, das Daten, Diagnostik, (Fern-)Technik-Support und digitale Tools neben einer effizienten Ersatzteillogistik und -verteilung integriert. Diese Entwicklung unterstützt unabhängige Anbieter dabei, sich an neue Fahrzeugtechnologien anzupassen, und ermöglicht es ihnen, Fahrzeugbesitzern in ganz Europa weiterhin hochwertige Dienstleistungen anzubieten“, sagt Sylvia Gotzen, Geschäftsführerin von FIGIEFA.

Der unabhängige Automotive Aftermarket stärkt Verbraucher und Hersteller gleichermaßen: Wettbewerb und ein dichtes Servicenetz senken die Kosten für Wartung und Reparatur und damit die Gesamtkosten des Fahrzeugbesitzes. Niedrigere Betriebskosten bei gleichem Mobilitätsbudget ermöglichen rund 314 Milliarden zusätzliche Fahrzeugkilometer jährlich – ein Plus von neun Prozent. Gleichzeitig stützen verlässliche und wirtschaftliche Reparaturmöglichkeiten die Restwerte der Fahrzeuge. Für Verbraucher reduziert sich damit der effektive Wertverlust, sodass beim nächsten Fahrzeugkauf ein höheres Budget zur Verfügung stehen kann – rund 65 Milliarden Euro pro Jahr.

Zugleich ergänzt das dichte Netz unabhängiger Werkstätten und Teilehändler die herstellereigenen Servicenetzwerke und sichert eine flächendeckende Versorgung. Für etablierte europäische Hersteller ist diese gewachsene Infrastruktur ein Vorteil gegenüber neuen Marktteilnehmern, die vergleichbare Reparatur- und Servicekapazitäten erst aufbauen müssen.

  • Technologischer Wandel setzt unabhängigen Aftermarket unter Druck

Unterdessen verändern Elektrifizierung und softwaredefinierte Fahrzeuge die Wartung und Reparatur grundlegend. Arbeiten an Hochvoltbatterien oder Thermomanagement erfordern neue Werkzeuge, Diagnosegeräte, Sicherheitsausrüstung und speziell qualifizierte Mitarbeitende. Gleichzeitig gewinnen Softwarediagnosen, Updates, und die Kalibrierung von Fahrerassistenzsystemen an Bedeutung.

Für viele dieser Arbeiten benötigen unabhängige Werkstätten Zugang zu herstellerspezifischen Fahrzeugdaten und Softwaresystemen. Cybersecurity-Vorgaben sowie unterschiedliche Zugangs- und Authentifizierungsverfahren erhöhen jedoch die Komplexität. Wenn der Zugang technisch zu aufwendig oder wirtschaftlich nicht tragfähig ist, kann es den Wettbewerb und die Reparaturmöglichkeiten unabhängiger Betriebe einschränken.

Um den wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Beitrag des IAM langfristig zu sichern, identifiziert die Studie drei zentrale Handlungsfelder:

1. Aufbau technischer Kompetenzen für neue Fahrzeuggenerationen: Unabhängige Werkstätten müssen in Schulungen, Diagnosegeräte sowie Werkzeuge für die Elektromobilität und softwarebasierte Reparaturen investieren. Unabhängige Ersatzteilgroßhändler und Werkstattnetzwerke können diese Kompetenzen auch kleineren Betrieben zugänglich machen.

2. Praktischen Zugang zu Fahrzeugdaten und Softwarefunktionen gewährleisten: Es bedarf eines robusten und an den technischen Fortschritt anpassbaren Rechtsrahmens, um einen diskriminierungsfreien Zugang zu gewährleisten. Fahrzeughersteller müssen einen sicheren, benutzerfreundlichen und wirtschaftlich tragbaren Zugang bereitstellen.

3. Effizienzsteigerung entlang der gesamten Wertschöpfungskette: Fahrzeughersteller, Zulieferer, unabhängige Ersatzteilhändler und Werkstätten müssen enger zusammenarbeiten, damit Ersatzteile sofort verfügbar sind und Reparaturen schnell und erschwinglich bleiben. Digitale Lösungen und KI helfen Werkstätten dabei, Fehler schneller zu erkennen und Fahrzeuge schneller wieder auf die Straße zu bringen.

Über die Studie
Die Studie „Powering Europe Forward: Why the Independent Automotive Aftermarket Matters More Than Ever“ wurde von Roland Berger gemeinsam mit FIGIEFA erstellt. Grundlage sind Markt-, Struktur- und Branchendaten aus 34 europäischen Ländern sowie Analysen von Wolk & Nikolic After Sales Intelligence.

Über Roland Berger
Roland Berger ist die einzige führende Strategieberatung mit europäischen Wurzeln. Das Unternehmen vereint tiefe Industrie- und Branchenkenntnis mit umfassender Erfahrung in zentralen Managementfunktionen und Transformationsprojekten. 1967 gegründet und mit Hauptsitz in München, unterstützt Roland Berger Unternehmen weltweit bei der Gestaltung und Umsetzung komplexer Transformationen – von strategischer Neuausrichtung über Performance-Steigerung bis hin zur Entwicklung und Anwendung datenbasierter, KI-gestützter Lösungen. Roland Berger hat sich unternehmensweit Net-Zero-Emissionsziele bis 2040 gesetzt, die von der Science Based Targets Initiative validiert wurden. Über die Fortschritte berichtet das Unternehmen jährlich in seinem ESG-Bericht. Im Jahr 2025 erzielte das Unternehmen einen Umsatz von über einer Milliarde Euro.

Über FIGIEFA
FIGIEFA ist der internationale Verband der freien Kfz-Teilegro
βhändler. Seine Mitglieder vertreten freie Großhändler von Kfz-Ersatzteilen und -Komponenten sowie daran angescholssene Werkstattkonzepte. FIGIEFA vereint 19 Branchenverbände aus 18 Ländern und 5 internationale Handelsgruppierungen. Ziel von FIGIEFA ist es, sicherzustellen, dass die Rechtsvorschriften der Europäischen Union und der Vereinten Nationen, die den Kfz-Ersatzteilmarkt betreffen, einen freien und wirksamen Wettbewerb auf dem Markt für Fahrzeugersatzteile, Wartung und Reparatur gewährleisten.

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