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Krankenhaus IT-Monitor 2025

Krankenhaus IT-Monitor 2025

15. Dezember 2025

Wie Deutschlands Kliniken die strategische Neuausrichtung ihrer IT angehen

Im Rahmen unseres regelmäßig erscheinenden Roland Berger Krankenhaus IT-Monitors haben wir in diesem Jahr 600 Geschäftsführungen und IT-Leitungen des Krankenhausmarktes in Deutschland zu zentralen Entwicklungen, Herausforderungen und strategischen Weichenstellungen ihrer IT-Landschaft befragt. Die zentralen Themen diesmal: die Neuausrichtung der Krankenhausinformationssysteme (KIS) nach der Abkündigung der SAP Patientenadministration- und Abrechnungslösung IS-H sowie die Transformation zu S/4HANA im Bereich Enterprise Resource Planning (ERP).

Der neue Roland Berger Krankenhaus IT-Monitor zeigt in einer umfassenden Marktanalyse, wie Kliniken ihre KIS- und ERP-Landschaften nach der IS-H-Abkündigung strategisch neu ausrichten.
Der neue Roland Berger Krankenhaus IT-Monitor zeigt in einer umfassenden Marktanalyse, wie Kliniken ihre KIS- und ERP-Landschaften nach der IS-H-Abkündigung strategisch neu ausrichten.
"Der aktuelle IT-Monitor verdeutlicht, wie dynamisch und herausfordernd die digitale Transformation im Gesundheitswesen ist - und wie wichtig eine klare Strategie und gezielte Investitionen sind."
Janes Grotelueschen
Senior Partner
München Office, Zentraleuropa
"Digitalisierung entfaltet erst dann ihre volle Wirkung nur dann, wenn Organisationsstrukturen und Prozesse neu überdacht werden. Damit ist sie keine Aufgabe, die an die IT delegiert werden kann, sondern eine zentrale Verantwortung auf Vorstandsebene."
Tsun-Tao Chan
Principal
Stuttgart Office, Zentraleuropa

Im Rahmen unseres regelmäßig erscheinenden Roland Berger Krankenhaus IT-Monitors haben wir in diesem Jahr 600 Geschäftsführungen und IT-Leitungen des Krankenhausmarktes in Deutschland zu zentralen Entwicklungen, Herausforderungen und strategischen Weichenstellungen ihrer IT-Landschaft befragt. Die zentralen Themen diesmal: die Neuausrichtung der Krankenhausinformationssysteme (KIS) nach der Abkündigung der SAP-Abrechnungslösung IS-H sowie die Transformation zu S/4HANA im Bereich Enterprise Resource Planning (ERP).

Die Ergebnisse zeigen: Die IT-Budgets sind in den vergangenen vier Jahren mit mehr als 10 Prozent drastisch gestiegen. Gleichzeitig fließt ein immer größerer Anteil der Ausgaben in den laufenden Betrieb. So beobachten 95 Prozent der Einrichtungen eine Verschiebung von CAPEX zu OPEX, also weg von Investitionen in Vermögenswerte hin zu laufenden Betriebskosten. Der Trend, klassische Einmal-Lizenzen durch laufende Nutzungsentgelte zu verstärkt SaaS- und Subscription-Modelle zu nutzen, ist also ungebrochen.

KIS: Hauptausschreibungswelle wird 2027 erwartet

In unserer Umfrage aus dem Jahr 2023 hatten 27 Prozent der befragten Häuser angegeben, einen Wechsel ihres Krankenhausinformationssystems (KIS) zu planen. In unserer jüngsten Befragung liegt der Wert bei 30 Prozent. Als wichtigste Gründe für den Wechsel nennen die Teilnehmenden die Produktabkündigung von IS-H sowie das Ziel einer strategischen Neuausrichtung. Für 71 Prozent der Häuser sind bestehende technische Restriktionen der wesentliche Anlass. Dabei rechnet eine Mehrheit von 46 Prozent damit, dass die Hauptausschreibungswelle für neue Lösungen im Jahr 2027 stattfinden wird.

Im ERP-Bereich ist SAP im deutschen Krankenhausmarkt weiterhin klar führend: 76 Prozent der befragten Häuser nutzen ein ERP-System von SAP, 52 Prozent davon SAP ECC, 24 Prozent S/4HANA. Knapp acht von zehn Teilnehmenden plädieren bei der Transformation für eine klare Trennung zwischen KIS und ERP. Außerdem gilt der Ansatz, zunächst das ERP-System und erst im Anschluss das KIS zu transformieren, als der erfolgversprechendste Weg.

Auch das Thema Personal- und Kapazitätsknappheit beschäftigt die Befragten nach wie vor stark. Beim KIS-Wechsel wird deswegen mit Herausforderungen bei der Umsetzung gerechnet – sowohl bei den Anbietern als auch in den Kliniken selbst. Trotz begrenzter Ressourcen zeichnen sich bei der Systemarchitektur erste Veränderungen ab: Zwar setzt bislang erst eine Minderheit von 13 Prozent auf einen Best-of-Breed-Ansatz (BoB), dennoch sind offene, modulare Architekturmodelle in der Krankenhaus-IT-Landschaft auf dem Vormarsch.

Handlungsempfehlungen für eine erfolgreiche Transformation in der Krankenhaus-IT

Gerade angesichts weiter steigender IT-Budgets empfehlen die Roland Berger-Experten, das Thema IT im Krankenhaus als strategischen Differenzierungsfaktor zu nutzen und gezielt auf C-Level zu positionieren. Außerdem sollten die internen Budgetstrukturen von IT-Projekten angepasst und gemeinsam mit den Ländern alternative Fördermodalitäten abgestimmt werden, um der zunehmenden CAPEX-OPEX-Verlagerung und dem Fokus auf konsumtive Mittel Rechnung zu tragen. Eine ERP- und KIS-Transformation aus einem Guss setzt außerdem ein gemeinsames Zielbild voraus. Dazu sollte eine KIS-Strategie mit konkreten Szenarien aufgesetzt werden, um technologische und organisatorische Abhängigkeiten optimal zu steuern. Grundsätzlich, so die Experten, sollten IT-Projekte stets aus konkreten Herausforderungen abgeleitet werden – nicht aus der Tatsache technologischer Machbarkeit. Außerdem sollten IT-Initiativen – wo immer möglich – mit strukturellen Vorhaben verknüpft werden, um die Förderwahrscheinlichkeit zu steigern.

Fast jede dritte Klinik plant einen Wechsel ihres Krankenhausinformationssystems. 43 Prozent befinden sich bereits in der aktiven Umsetzung und bereiten die Ausschreibung eines neuen Systems vor. Mehr als die Hälfte der Befragten erwartet, dass der Höhepunkt der Ausschreibungswelle im Jahr 2027 erreicht sein wird.

Wir möchten Simon Draxinger danken, der als Mitautor zu dieser Veröffentlichung beigetragen hat.

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