Megatrends: Ein besserer Überblick für bessere Strategien

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Unternehmensstrategie

Trend-Handbuch 2030: Megatrends verstehen und umsetzen

In unserer von Volatilität, Unsicherheit, Komplexität und Mehrdeutigkeit geprägten Welt (VUCA) können wir durch ein umfassendes Verständnis der wichtigsten Megatrends eine überlegene Perspektive gewinnen, die zum unternehmerischen Vorteil genutzt werden kann – nicht zuletzt im strategischen Planungsprozess.

Megatrend 1: Demographische Entwicklung
Megatrend 2: Globalisierung & Zukunftsmärkte
Megatrend 3: Ressourcenknappheit
Megatrend 4: Klimawandel
Megatrend 5: Dynamische Technologie & Innovation
Megatrend 6: Globale Wissensgesellschaft
Megatrend 7: Nachhaltigkeit & globale Verantwortung

Für uns hat es früh begonnen: Vor fast einem Jahrzehnt konnten wir noch nicht ahnen, dass die erfolgreiche Zusammenarbeit mit dem World Economic Forum zu einem tiefgreifenden, analytischen Verständnis globaler Megatrends führen würde. Seitdem ist das Trend-Handbuch 2030 von Roland Berger – aktuell in der dritten aktualisierten Ausgabe – die weltweit beliebteste Ressource für Trends unseres Unternehmens. Das wird deutlich, wenn man sich die enorme Anzahl von Projekten anschaut, in welchen unser Verständnis von Megatrends unseren Kunden auf der ganzen Welt nützlich sein konnte.

"Megatrends betreffen jeden Einzelnen von uns. Wir müssen sie immer miteinbeziehen, wenn wir uns mit verschiedenen Zukunftsperspektiven befassen. "
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Burkhard Schwenker
Senior Partner
Hamburg Office, Zentraleuropa
Strategen im Unternehmen unterstützen

Wie man das Wichtigste herausfiltert

In der täglichen Eintönigkeit der Informationsflut des 21. Jahrhunderts erscheinen Trends auf den ersten Blick nicht hilfreich, sondern scheinen auf irritierende Art miteinander verflochten und leicht unscharf – nichts weiter als störendes Rauschen und Ablenkung. Doch Megatrends sind genau das Gegenteil: sie sind das Gegengift, das „Anti-Rauschen“. Durch sie können Entscheidungsträger einen Schritt zurücktreten und aufdröseln, was wirklich wichtig ist. Denn Megatrends sind allgemeingültig und werden alle Märkte beeinflussen. Megatrends beziehen sich auf wirtschaftliche Faktoren genauso wie auf gesellschaftliche und umweltpolitische Veränderungen. Daher eröffnet sich durch das Verständnis von Megatrends ein dringend benötigter Überblick über aktuelle und zukünftige Risiken und Möglichkeiten. Letztendlich ermöglicht das Verständnis von Megatrends Fokussierung und Klarheit darüber, was auf lange Sicht gesehen wirklich wichtig ist.

Um die wichtigsten Veränderungen in der Weltbevölkerung zu verstehen, konzentrieren wir uns auf vier wichtige Subtrends:

Bevölkerungswachstum: Ein Bevölkerungswachstum von 16% oder von 1,2 Milliarden Menschen auf 8,6 Milliarden Menschen bis 2030 führt sowohl zu Herausforderungen als auch Chancen. Nicht zuletzt, weil die Bevölkerung in Entwicklungsländern mehr als 6-Mal schneller wächst als in wirtschaftsstarken Staaten.

Junge und alte Staaten: Auf Grund der höheren Lebenserwartung und geringer Fruchtbarkeitsraten wird das Durchschnittsalter in den wirtschaftsstarken Ländern auf 44 klettern. Die Altersgruppe der über 60 Jährigen wird als Kundengruppe immer wichtiger werden. Die Entwicklungsländer werden im Jahr 2030 ein Durchschnittsalter von 31,2 erreichen.

Migration: Die Gründe, aus denen Menschen ihre Heimat verlassen, sind vielschichtig: Krieg und Konflikte, wirtschaftliche Ungleichheit und fehlende Bildungschancen. Asien, Lateinamerika, die karibischen Staaten und Afrika werden eine negative Wanderungsbilanz erleben während Nordamerika, Europa und Ozeanien eine starke Nettozuwanderung verzeichnen werden.

Urbanisierung: Im Durchschnitt wird bis 2030 der in Städten lebende Anteil der Weltbevölkerung bei 60% liegen – ca. 81% in wirtschaftsstarken Ländern und 56% in Entwicklungsländern. Dies wird voraussichtlich zu einer besonders schwierigen Herausforderung werden, wenn es darum geht, in schnell wachsenden Städten die entsprechende Infrastruktur zu gewährleisten.

Globalisierung und das Wachstum von Zukunftsmärkten werden der Haupttreiber für die Weltwirtschaft bleiben. Bei der Betrachtung der Geschäftschancen von Unternehmen analysieren wir die wichtigsten Facetten – Wirtschaft, Politik und Gesellschaft – der Globalisierung, prüfen eingehend den Fortschritt der wirtschaftlichen Integration und erarbeiten, wie die Leistungen wichtiger Ländergruppen bis 2030 ausfallen werden.

Die Globalisierung wird weiter zunehmen, wobei die Exporte weltweit schneller wachsen als das weltweite Bruttoinlandsprodukt (BIP). Bis 2030 werden sich die globalen Exporte mehr als verdoppelt haben; Exporte aus Entwicklungsländern sollen sich um das Vierfache erhöhen. Regionale und bilaterale Handelsabkommen werden den weltweiten Handel wahrscheinlich noch weiter antreiben; ihre Entwicklung hängt vom Konsens und den Zielen der Staatschefs ab. Die Wirtschaftsmacht und zukünftige Entwicklung der BRICS-Staaten bis 2030 ist herausragend, da ihr realer BIP in Kaufkraftparität sich bis dahin verdoppeln wird. Doch innerhalb der fünf Nationen besteht kein einheitliches Bild: Während in China und Indien der gemeinsame Anteil des globalen BIP in Kaufkraftparität von den heutigen 24% bis 2030 auf 33,5% steigen wird, wird sich der gemeinsame Anteil von Russland, Brasilien und Südafrika von aktuell 6,7% auf 5,2% verringern.

Über BRICS hinaus - Haben Sie das Potenzial anderer vielversprechender Staatengruppen im Auge?

  • MINT - Mexiko, Indonesien, Nigeria und Türkei,
  • MIST - Mexiko, Indonesien, Südkorea und Türkei,
  • Next 11 - Bangladesch, Ägypten, Indonesien, Iran, Mexiko, Nigeria, Pakistan, Philippinen, Türkei, Südkorea und Vietnam

Obwohl sich diese Länder nicht mit der Wirtschaftsmacht von China oder Indien vergleichen lassen, übertreffen ihre Wachstumsraten doch deutlich die der wirtschaftlich fortgeschritteneren Staaten.

Natürliche Ressourcen sind essenziell wichtige Produktionsfaktoren für jede wirtschaftliche Aktivität sowie für das Leben von Menschen, Tieren und Pflanzen. Die meisten von ihnen sind nicht erneuerbar, sondern endlich. Drei Hauptbereiche der Ressourcen werden geprüft:

  • Energie – wobei die Auswahl der Quelle entscheidend ist. Wachsende Bevölkerungszahlen, BIP-Wachstum, Urbanisierung und die immer größer werdende Mittelschicht sind Haupttreiber für einen steigenden Energiebedarf;
  • Wasser und Nahrung – beide sind betroffenen von einer Gefährdung der Wasserversorgung, da bis zur Mitte des Jahrhunderts über 50% der Weltbevölkerung in Regionen leben werden, in denen ungenügend Zugang zu sauberen Wasser besteht. Dies stellt ein enormes Risiko für das vorausgesagte Wachstum der Schwellenländer dar.
  • Andere Wirtschaftsgüter – wie beispielsweise Rohstoffe, die durch regionale Ungleichgewichte geprägt sind. Um mit der Knappheit umzugehen, müssen Unternehmen in innovative Technologien investieren, wie Wiederaufbereitung, Recycling und Materialreduktion.

Steigende Konzentrationen von Treibhausgasen (THG) sind seit der Mitte des 20. Jahrhunderts der Hauptgrund für steigende Temperaturen. Sogar mit relativ kleinen Veränderungen der Durchschnittstemperatur und des Meeresstands wird erwartet, dass sich die Art, Häufigkeit und Intensität extremer Wetterereignisse (wie tropischer Zyklone, Überflutungen, Dürren und Starkregen) zuspitzen wird. Unternehmen müssen überprüfen, inwiefern sie diesen Risiken ausgesetzt sind. Außerdem sehen wir uns einer enormen Dysbalance zwischen den benötigten und tatsächlich verfügbaren Biokapazitäten entgegen – was uns signalisiert, dass die regenerativen Fähigkeiten der Erde schneller ausgeschöpft werden als sie sich wieder regenerieren können.

Hier verdienen besonders drei Bereiche unsere Aufmerksamkeit: Die Macht der Innovation, Biowissenschaften und digitale Transformation. Innovationen haben das Potenzial bei der Überwindung der größten Probleme der Menschheit zu helfen. Die Analyse modernster Innovationsbereiche ist daher entscheidend, besonders in den Bereichen, die die wirtschaftliche und gesellschaftliche Entwicklung in den kommenden Jahrzehnten vorantreiben werden. Die Verbreitung der Technologie wird sich bis 2030 weiter beschleunigen und somit die Möglichkeit neuer Berührungspunkte zwischen Entwicklungsländern und wirtschaftsstarken Staaten bieten. Die Biowissenschaften sind ein vielversprechendes Feld, das bis 2030 einige große Probleme lösen könnte. Die Überwindung von Nahrungsknappheit, die Eindämmung der zunehmenden Umweltverschmutzung oder einfach das bessere Krankheitsmanagement sind nur einige der Bereiche, in denen Fortschritte gemacht werden könnten.

Der Trend mit der schnellsten Entwicklung und Einfluss auf Menschen, Unternehmen und Regierungen weltweit ist die Digitalisierung. Sowohl Zuhause als auch am Arbeitsplatz sind wir längst von intelligenten Geräten umgeben. Die künstliche Intelligenz wird unser aller Leben beeinflussen und trägt das Potenzial, branchenübergreifend die Effizienz zu steigern. Die digitale Transformation durchdringt jeden Teil der industriellen Wertschöpfungskette, von der Logistik über die Produktion bis zur Dienstleistungserbringung. Der digitale Wandel wird die Wirtschaft grundlegend verändern und wirkt sich über vier Hebel aus: digitale Daten, Automatisierung, Konnektivität und digitalen Kundenzugang.

Wissen, eine solide Bildungsinfrastruktur sowie eine gute Bildungsbeteiligung über Geschlechter und Altersgruppen hinweg sind wichtige Bausteine dessen, was letztlich stabile und wohlhabende Zivilgesellschaften ausmacht. Die Unterrichtsteilnahme von Kindern, gemessen in Schuljahren, ist ein wesentlicher Indikator für die zukünftige Arbeitsmarktbeteiligung und die mögliche Vermögensbildung in Wirtschaftssystemen. Auch wenn sich global betrachtet das Bildungsniveau verbessert, müssen wir in den nächsten Jahrzehnten mit ungleichmäßigen Entwicklungen umgehen. Eine sich wandelnde Landschaft von Talentpools kombiniert mit der höheren Mobilität der Millenials führt zu einem globalen Kampf um Talente. Die unterschiedliche Bildungs- und Erwerbsbeteiligung von Männern und Frauen sowie das unterschiedliche verfügbare Einkommen führen zu weitreichenden Problemen in allen Gesellschaften. Die Schließung der Lohnlücke könnte Potenziale erschließen und z. B. eine neue Arbeitsmarktdynamik fördern, stärkerer Talentströme mobilisieren oder zusätzliche Kaufkraft schaffen. Es ist von entscheidender Bedeutung zu verstehen, in welchen Bereichen die Emanzipation der Frauen aktuell noch nicht ausreicht und wo die verbesserte Teilhabe der Frauen große Möglichkeiten bietet.

In Zeiten vielfältiger Konflikte und globaler Herausforderungen wie dem Klimawandel, ist die Notwendigkeit für gesellschaftliche und wirtschaftliche Nachhaltigkeit sowie für globale Verantwortung nur allzu offensichtlich. Gute und nachhaltige nationale und überstaatliche Führung kann die Demokratie stärken und die politische Leistung von Staaten verbessern. Besonders die steigende Anzahl innerstaatlicher Konflikte fordert zukünftig eine noch bessere Koordination internationaler Regierungen. Für Unternehmen und ihre globalen Wertschöpfungsketten bedeutet dies, dass potenzielle Konfliktfelder sorgfältiger geprüft werden müssen.

Die derzeitige Höhe der staatlichen, offiziellen Entwicklungshilfe ist dabei eindeutig unzureichend. Auf der anderen Seite ist die private Wohltätigkeit weltweit im Wachstum. Dieser Trend wird durch eine weltweit wachsende Mittelschicht gestärkt, deren Beitrag zu gemeinnützigen Ausgaben bis 2030 stark zunehmen wird. Kunden verlangen nachhaltige Produkte und sind auch bereit für Produkte und Dienstleistungen mehr zu zahlen, wenn sie von Unternehmen stammen, die mit sozialer Verantwortung agieren. Durch die Nutzung dieser Dynamik sowie effektives CSR-Management, Kommunikation und Umsetzung können Unternehmen ihren Wert steigern.

Über Megatrends hinaus

Über Megatrends hinaus

Bereits im Jahr 2009 hat Roland Berger mit der HHL Leipzig Graduate School of Management eine langjährige erfolgreiche Zusammenarbeit formalisiert und das Center for Strategy and Scenario Planning – Roland Berger Research Unit – mitbegründet.

HHL und Roland Berger arbeiten seit vielen Jahren gemeinsam an der Szenarioplanung und das Center verkörpert das erfolgreiche Zusammenspiel, das sich ergibt, wenn man international anerkannte Experten aus dem Bereich Strategiemanagement und Planung aus dem universitären Umfeld und der Praxis zusammenbringt. Auf Grundlage unserer Erfahrung in der Beratung von Firmenkunden auf der ganzen Welt und der Erfahrung der HHL im Unterrichten des strategischen Managements haben wir innovative Szenario-Tools entwickelt, die unseren einzigartigen sechsstufigen Szenarioansatz unterstützen. Dieser ist auf die Anforderungen der Führungsspitze maßgeschneidert und liefert Ergebnisse, die tief in einem soliden Geschäftssinn und Daten verankert sind. Dabei beziehen wir die persönlichen Perspektiven und die Erfahrungen des jeweiligen Unternehmens mit ein. Dadurch können wir eindeutige Aussagen über die wichtigsten Faktoren treffen, die den analysierten Aspekt, wie z. B. eine Branche, Region oder Technologie, und die darauf aufbauenden Einflussfaktoren beeinflussen.

Unsere Experten

Durch globale Herausforderungen bleiben wir aufmerksam und aktiv

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