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Krankenhausstudie 2025: Transformation durch Investition

Krankenhausstudie 2025: Transformation durch Investition

29. August 2025

Kliniken wollen trotz prekärer Wirtschaftslage massiv investieren

Die aktuelle Ausgabe der Roland Berger Krankenhausstudie zeigt: Nach bereits herausfordernden Jahren hat sich die wirtschaftliche Lage der Häuser 2024 in einem bislang unbekannten Ausmaß weiter zugespitzt. So geben drei von vier Kliniken an, das Jahr mit einem Verlust abgeschlossen zu haben. Neben diesem allgemeinen Negativtrend zeichnet sich eine zunehmende Polarisierung des Marktes ab. Der Anteil der Kliniken mit einem ausgeglichenen Jahresergebnis schrumpft, stattdessen arbeiten die Häuser entweder profitabel oder geraten immer stärker in finanzielle Schieflage. Besonders deutlich wird diese Entwicklung in der Teilgruppe der öffentlichen Krankenhäuser: 89 Prozent dieser Einrichtungen arbeiten defizitär, nur 9 Prozent erzielen einen Überschuss.

Interessant ist auch, dass erstmals seit 2020 mehr als jedes zweite Krankenhaus sein Jahresergebnisziel erreichen konnte. Im Vergleich zu 2023 entspricht das einem Anstieg von 8 Prozentpunkten. Diese Entwicklung lässt auf eine zunehmend konservative Wirtschaftsplanung schließen. Auch der Blick auf die Zielerreichung zeigt ein klares Bild: Private Kliniken schneiden erneut am besten ab – 83 Prozent dieser Häuser konnten ihre Prognosen erreichen. In öffentlicher Trägerschaft lag die Quote bei rund zwei Dritteln, während bei freigemeinnützigen Einrichtungen nur etwa die Hälfte ihre wirtschaftlichen Zielvorgaben erfüllt hat.

Langfristig erwartet die Mehrheit eine Verbesserung der Lage

Während viele Einrichtungen kurzfristig mit einer weiteren Verschlechterung ihrer wirtschaftlichen Situation rechnen, wird langfristig in Teilen eine Verbesserung des Status quo erwartet. Bis 2030 rechnen 51 Prozent der Krankenhäuser mit einer Verbesserung ihres Jahresergebnisses, 38 Prozent prognostizieren eine bessere Liquiditätslage. Als mögliche Erklärung dürften neben dem Transformationsfonds weitere Unterstützungspläne der Bundesregierung dienen, etwa die angekündigte Bereitstellung von rund 4 Milliarden Euro zum Ausgleich sogenannter Sofort-Transformationskosten.

Trotz der mehr als angespannten wirtschaftlichen Lage wollen die Krankenhäuser jetzt in eine nachhaltige Trendumkehr investieren. So wollen die Kliniken mittelfristige Investitionen in Höhe von rund 130 Milliarden Euro vornehmen. 96 Prozent der Einrichtungen planen Investitionen in Baumaßnahmen wie Neubauten oder Sanierungen. Ziel der Maßnahmen ist es dabei in erster Linie, die operative Effizienz der Kliniken zu steigern, etwa durch die Einhaltung von Strukturvorgaben, sowie strukturelle Anpassungen vorzunehmen – in dem sich die Häuser beispielsweise auf die fortschreitende Ambulantisierung und Spezialisierung vorbereiten.

Finanzierung der Vorhaben wird als problematisch eingeschätzt

Eine zentrale Umsetzungshürde für die ambitionierten Pläne ist deren Finanzierung. Aktuell ist nur etwa die Hälfte des benötigten Kapitals durch Fördermittel abgedeckt. Zusätzlich erschweren komplexe Antragsprozesse die Mittelbeschaffung erheblich. In der Folge müssen die verbleibenden Finanzierungslücken zunehmend über Eigen- und Fremdkapital geschlossen werden – eine zusätzliche Belastung für die Kliniken. Hinzu kommt die verbreitete Einschätzung , dass die verfügbaren Fördertöpfe nicht ausreichend ausgestattet sind.

Einen guten Zugang zu Fördermitteln und Fremdkapital werden nach Einschätzung der Autoren in erster Linie jene Krankenhäuser haben, die sich strategisch und wirtschaftlich gut positionieren und ihre Transformationsvorhaben überzeugend darlegen können. Ein zentraler Baustein ist es in diesem Zusammenhang, Strukturen und Prozesse konsequent zu überdenken und gezielt weiterzuentwickeln. Dazu zählen unter anderem die Optimierung der medizinischen Leistungserbringung, eine konsequente Nutzung von IT- und Digitalisierungspotenzialen sowie eine stärkere Zusammenarbeit im Verbund.

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