Vorbereitung ist Key für alle Entscheidungen entlang der beruflichen Laufbahn, aber nicht alle Entscheidungen sind planbar. Daher: Sofern man sich vorbereiten und eine bewusste Entscheidung treffen kann, plant ausreichend Zeit ein für Recherche, Gespräche und Planung. Venja
Tom, Junior Consultant
"Habt Vertrauen in euren eigenen Weg, vor allem auch dann, wenn er als FirstGen besonders herausfordernd scheint – denn mit Fleiß, Ausdauer und einem klaren Ziel vor Augen zahlt sich harte Arbeit langfristig immer aus."
Wie bist du zu Roland Berger gekommen?
Im Jahr 2015 begann ich nach meinem Realschulabschluss eine kaufmännische Berufsausbildung in einem regionalen Baustoffhandel in meinem Heimatdorf. Nach drei Ausbildungsjahren wollte ich mich sowohl akademisch als auch beruflich weiterentwickeln. Da mir der klassische Studienweg ohne Abitur nicht offenstand, entschied ich mich für ein berufsbegleitendes Studium an einer Abendschule, durch welches ich theoretisches Wissen mit praktischen Erfahrungen kombinieren konnte.
Zu Beginn des Abendstudiums wechselte ich beruflich zudem in die Bauzulieferindustrie und arbeitete dort als technischer Projektleiter für Großprojekte. Nach meinem Abschluss an der Abendschule nach drei Jahren ergänzte ich meinen akademischen Werdegang mit einem Online-Studium an der PFH Göttingen zum B.A. in Betriebswirtschaftslehre. Mit dem Bachelor-Abschluss im Jahr 2023 schloss ich meine Zeit des berufsbegleitenden Studiums ab und begann meinen Master an der Nova SBE in Lissabon. Während des Masterstudiums sammelte ich durch Praktika und studentische Beratungen dann erste Einblicke ins Consulting und legte so den Grundstein für meinen Einstieg in die Strategieberatung.
Was hat dich dazu motiviert, als erste in deiner Familie ein Studium zu beginnen?
Für mich stand nie im Vordergrund, bewusst „der Erste“ in meiner Familie zu sein, der ein Studium beginnt. Vielmehr ging es mir darum, mir selbst zu zeigen und andere zu motivieren, dass nicht der eigene Ausgangspunkt darüber entscheidet, was möglich ist. Entscheidend ist es daher, was man mit einem hohen Maß an Leistungsbereitschaft und Disziplin erreichen kann. Diese Überzeugung wurde mir bereits in jungen Jahren mitgegeben und hat mich auf meinem Weg stets begleitet und angetrieben.
Welche Herausforderungen hattest du und wie hast du sie gelöst?
Die größte Herausforderung lag für mich in der dauerhaften Doppelbelastung aus Vollzeitjob und berufsbegleitendem Studium. Während für viele in meinem Umfeld nach der Arbeit oder Uni der Feierabend begann, startete für mich oft erst der zweite Teil des Tages. Abende mit Vorlesungen nach der Arbeit, lange Lernnächte und Klausuren am Wochenende schränkten mein Privatleben deutlich ein. Um damit umzugehen, half mir vor allem eine klare Struktur, realistische Ziele und die bewusste Entscheidung, diese Phase als Investition in meine Zukunft zu sehen. Gleichzeitig hat mich dieser Lebensabschnitt auch sehr gut auf die Zeit in der Beratung vorbereitet.
Eine weitere Herausforderung ergab sich dann während meines Masterstudiums. Viele Kommiliton:innen hatten bereits während des Bachelors mehrere Praktika im Consulting absolviert und wussten genau, was sie erwartete. Für mich war es trotz mehrjähriger Berufserfahrung zunächst schwierig, eigene Praktika in diesem Umfeld zu bekommen, weshalb ich mich häufig wie ein „Impostor“ gefühlt habe. Der offene Austausch mit Mentor:innen und Kommiliton:innen sowie die Reflexion meines eigenen Werdegangs half mir, dieses Gefühl einzuordnen. Dadurch wurde mir klar, dass mein eigener Weg genau das ist, was mich heute ausmacht und womit ich mich positionieren möchte.
Was hättest du gerne früher gewusst?
Rückblickend hätte ich gerne früher gewusst, wie viele unterschiedliche Möglichkeiten es heutzutage in Bezug auf Universitäten, Stipendien und Förderprogramme gibt. Viele dieser Optionen sind für FirstGen Studierende oft schwer greifbar, insbesondere in Bezug auf anstehende Bewerbungsfristen. Gerade deshalb ist es hilfreich, sich frühzeitig Gedanken darüber zu machen, welchen Weg man einschlagen möchte und wofür eine Vorbereitung notwendig ist. Natürlich sind auch spontane Entscheidungen möglich – wer sich jedoch früh mit diesen Themen beschäftigt, spart im Nachhinein Zeit, Aufwand und die ein oder andere Nacht mit wenig Schlaf.
Gibt es etwas, was du mit deinem heutigen Wissen anders machen würdest?
Mit meinem heutigen Wissen würde ich vieles strukturierter und entspannter angehen. Häufig setzt man sich selbst unter Druck, um die eigenen Ziele möglichst schnell zu erreichen. Umso wichtiger ist es, sich zwischendurch bewusst Zeit zu nehmen, einen Schritt zurückzugehen und neue Perspektiven zu gewinnen. Mein Rat wäre daher: Das große Ziel zwar immer im Blick zu behalten und gleichzeitig offen zu sein, den eigenen Kurs auf die aktuellen Bedürfnisse und Gegebenheiten anzupassen.
Was war bei deiner Job-Suche / Entscheidung für einen Arbeitgeber besonders wichtig für dich als FirstGen-Studentin?
Bei meiner Job-Suche war mir wichtig, meinen Werdegang als FirstGen authentisch einbringen zu können und dafür Empathie und Wertschätzung zu erfahren.
Warum hast du dich für eine Laufbahn bei Roland Berger entschieden?
Das erste Mal von Roland Berger habe ich von einem Freund aus meinem Heimatdorf, der selbst Teil des Teams ist, erfahren. Durch viele Gespräche über die (internationalen) Entwicklungs- und Karrieremöglichkeiten war für mich früh klar, dass ich mich nach meinem Master auf eine Vollzeitstelle bewerben möchte. Eine Karrieremesse meiner Uni und der persönliche Austausch mit Kolleg:innen am Campus prägten dieses Bild weiter. Im späteren Interviewprozess bestätigte sich mein bereits positiver Eindruck, insbesondere durch inspirierende und offene Gesprächspartner:innen, die mich dabei unterstützt haben, meine finale Entscheidung zu treffen.
Wie war dein Start bei Roland Berger? Und wie gefällt es dir nun nach einiger Zeit in der Firma?
Direkt nach meinem Start bei Roland Berger nahm ich an einem zweiwöchigen Kickoff-Training mit vielen Neustarter:innen teil. Diese Zeit war geprägt von Schulungen mit inspirierenden Trainer:innen und spannenden Gesprächen innerhalb unserer Peer-Group. Auch nach dem Kickoff besteht zu vielen weiterhin ein enger Kontakt, sowohl im Office, beim gemeinsamen Lunch oder auf Projekten.
Trotz meiner bisher noch kurzen Zeit im Unternehmen erlebe ich die Arbeit als sehr vielseitig. Es gibt sowohl auf Projekten als auch bei internen Themen viele Möglichkeiten, sich einzubringen. So ist die Arbeit abwechslungsreich und bietet früh die Möglichkeit, Verantwortung zu übernehmen.
Was war für dich bisher die beste Erfahrung, die du bei Roland Berger gemacht hast?
Das Kickoff-Training zählt zu meinen bisherigen Highlights bei Roland Berger. In diesen zwei Wochen wurde mir schnell klar, welchen Stellenwert gemeinsames Lernen, offener Austausch und Vernetzung im Unternehmen haben. Darüber hinaus freue ich mich besonders auf die gemeinsamen Sommer- und Weihnachtsevents, bei denen Kolleg:innen aus den jeweiligen Plattformen zusammenkommen und der Austausch auch abseits des Projektalltags im Mittelpunkt steht.
Welchen Rat würdest du FirstGen-Studierenden gerne geben?
Habt Vertrauen in euren eigenen Weg, vor allem auch dann, wenn er als FirstGen besonders herausfordernd scheint – denn mit Fleiß, Ausdauer und einem klaren Ziel vor Augen zahlt sich harte Arbeit langfristig immer aus. Setzt euch deshalb bewusst kleine, erreichbare Ziele und verliert dabei nicht den Blick für den nächsten Schritt. Gerade rückblickend wird oft klar, dass der Weg dorthin oft genauso prägend ist wie das Ziel selbst.
Ebenso ist es wichtig, sich mit Kommiliton:innen, Freund:innen und Mentor:innen auszutauschen, um sich so aktiv zu vernetzen. Scheut euch nicht, proaktiv auf Menschen zuzugehen, denn die meisten sind offen für ein Gespräch und freuen sich, euch unterstützen zu können.