"Mein Rat wäre, Dinge auszuprobieren, auch solche die man sich noch nicht vollkommen zutraut oder kennt. Außerdem ist es hilfreich mit möglichst vielen verschiedenen Menschen in Kontakt kommen, Fragen zu stellen, sich auszutauschen und ein Netzwerk aufzubauen." Eric
Dorothee, Junior Consultant
"Sucht euch Initiativen in eurer Stadt oder an eurer Uni und baut euch darüber eine FirstGen-Community auf. Der Austausch ist wirklich wertvoll. "
Wie bist du zu Roland Berger gekommen?
Ich habe im Bachelor und Master Management & Technology an der TU München studiert. Relativ früh im Studium bin ich einer studentischen Unternehmensberatung beigetreten und das war rückblickend eine der besten Entscheidungen meiner Studienzeit. Neben „real life“ Beratungsprojekten als Freelancerin konnte ich auch als Vorständin früh Verantwortung übernehmen. Zusätzlich haben mir Praktika und Werkstudierendenstellen Einblicke in verschiedene Industrien und ganz unterschiedliche Unternehmenstypen gegeben.
Was hat dich dazu motiviert, als erste in deiner Familie ein Studium zu beginnen?
Ich hatte schon in der Schulzeit einen hohen Anspruch an mich selbst und im Studium dann den Ehrgeiz, mir durch sehr gute Leistungen möglichst viele Türen zu öffnen. Wenn ich das reflektiere, hing das auch damit zusammen, dass beide meiner Elternteile ihren Karriereweg nicht vollständig selbstbestimmt navigieren konnten, zum Beispiel wegen fehlender Voraussetzungen oder finanzieller Mittel. Ich wusste früh: Bei mir soll es anders laufen. Deshalb stand für mich ziemlich schnell fest, dass ich meine Chancen auf dem Arbeitsmarkt durch ein Studium verbessern möchte. Und weil ich aus einem kleinen bayerischen Dorf komme, war das Studium auch eine gute Möglichkeit, „rauszukommen“ und Neues zu sehen.
Welche Herausforderungen hattest du und wie hast du sie gelöst?
Die größten Herausforderungen waren vor allem finanzieller Natur. München als Studienstandort ist teuer und mir war klar, dass ich nur dort studieren kann, wenn ich ab dem ersten Semester nebenbei arbeite. Das habe ich dann tatsächlich die gesamten sechs Jahre durchgezogen. Im Nachhinein hatte das auch einen positiven Effekt, weil ich sehr viel Arbeitserfahrung sammeln konnte, auch wenn die ursprüngliche Motivation vor allem finanziell war.
Eine andere Herausforderung habe ich im Austausch mit anderen Studierenden gemerkt: In meinem Münchner Umfeld hatten die meisten Eltern studiert und ich habe mich manchmal wie „the odd one out“ gefühlt. Ich habe es damals als unfair empfunden, dass meine Eltern bestimmte Leistungen nicht so wertschätzen konnten, wie ich es mir gewünscht hätte, oder weil sie mich bei gewissen Studien-Entscheidungen nicht wirklich beraten konnten. Gleichzeitig glaube ich heute, dass es für sie auch nicht leicht war, diese Rolle nicht erfüllen zu können, obwohl sie es vermutlich gerne getan hätten.
Was hättest du gerne früher gewusst?
Ich hätte gerne früher von den vielen Stipendien gewusst, die es an deutschen Universitäten gibt. Leider habe ich mich erst spät damit beschäftigt, sodass ich bei einigen Programmen aufgrund meines Studienfortschritts nicht mehr infrage kam. Finanzielle Unterstützung, die nicht über Familie oder eigene Arbeit läuft, hätte mir einiges an Sorgen und Stress genommen. Und ich hätte manche Entscheidungen wahrscheinlich freier getroffen, mehr nach Interesse und weniger aus praktischen Gründen.
Gibt es etwas, was du mit deinem heutigen Wissen anders machen würdest?
Ich würde früher anfangen, strategischer über meinen Weg nachzudenken und weniger im „funktionieren“-Modus unterwegs sein. Gerade als FirstGen-Studentin hatte ich oft das Gefühl, einfach leisten zu müssen, um mithalten zu können. Mit etwas mehr Gelassenheit hätte ich mir wahrscheinlich früher erlaubt, Entscheidungen stärker aus Interesse statt aus Sicherheit heraus zu treffen. Außerdem würde ich früher aktiv Mentor:innen suchen. Viele Dinge habe ich mir selbst erarbeitet, was auch gut war, aber es kostet viel Energie. Mit dem heutigen Wissen würde ich schneller auf Menschen zugehen, die bestimmte Schritte schon gegangen sind, und gezielt nach Rat fragen, den ich in diesem Rahmen von zu Hause nicht bekommen hätte.
Was war bei deiner Job-Suche / Entscheidung für einen Arbeitgeber besonders wichtig für dich als FirstGen-Studentin?
Für mich war ein entscheidender Faktor, einen Weg mit überschaubarem Risiko einzuschlagen, also eher ein etabliertes Unternehmen statt zum Beispiel ein Early-Stage-Startup. Gleichzeitig war mir wichtig, früh finanziell unabhängig zu werden. Außerdem hat mich an der Unternehmensberatung gereizt, in kurzer Zeit extrem viel zu lernen und zu sehen, um mir schnell „Assets“ aufzubauen, fachlich und persönlich. Bei Roland Berger waren es am Ende aber vor allem die Menschen. Und natürlich auch das Bewusstsein und die Angebote für Initiativen, in denen man sich wiederfindet, wie FirstGen.
Warum hast du dich für eine Laufbahn bei Roland Berger entschieden?
Aus zwei Gründen: Für mich war wichtig, einen strukturierten, etablierten Rahmen zu haben, aber trotzdem in einem dynamischen Umfeld zu arbeiten. Roland Berger verbindet für mich beides: klare Entwicklungswege und gleichzeitig viel Eigenverantwortung und Gestaltungsspielraum. Darüber hinaus waren es vor allem die Menschen und die Kultur. Schon im Praktikum habe ich gemerkt, dass ich mich hier wohlfühle. Außerdem schätze ich, dass Themen wie Diversity und Initiativen wie FirstGen aktiv gelebt werden und nicht nur auf dem Papier stehen.
Wie war dein Start bei Roland Berger? Und wie gefällt es dir nun nach einiger Zeit in der Firma?
Meinen Start bei Roland Berger habe ich als sehr positiv erlebt. Es ging los mit einem intensiven zweiwöchigen Kickoff mit New Joinern aus der ganzen Welt. Danach wurde ich direkt auf mein erstes Projekt gestafft und konnte so einen für mich neuen Bereich, Procurement, kennenlernen, aber auch viele Kolleg:innen. Durch die Weihnachtszeit habe ich auch einige Social Events mitgenommen, zum Beispiel die Weihnachtsfeier, und ich habe Kolleg:innen wiedergetroffen, die ich noch aus meinem Praktikum kannte. Insgesamt hat es sich sehr willkommen angefühlt, wieder „zurück“ zu sein.
Was war für dich bisher die beste Erfahrung, die du bei Roland Berger gemacht hast?
Ich bin im Rahmen des European Female Talent Programs bei Roland Berger gestartet. Das heißt, ich mache in den ersten zwei Jahren zwei Office-Rotationen im europäischen Ausland. Die Kohorte besteht aus acht Kolleginnen aus ganz Europa und dieses Netzwerk ist schon jetzt extrem wertvoll. Beim Kickoff und dann auch beim ersten Training in Madrid sind wir noch enger zusammengewachsen. Es ist eine inspirierende Gruppe aus motivierten, intelligenten Frauen, die alle ihre eigenen Perspektiven einbringen und wir können viel voneinander lernen. Meine erste Rotation in Amsterdam startet im März und ich freue mich sehr auf die Zeit, neue Kolleg:innen und die neue Umgebung.
Welchen Rat würdest du FirstGen-Studierenden gerne geben?
Sucht euch Initiativen in eurer Stadt oder an eurer Uni und baut euch darüber eine FirstGen-Community auf. Der Austausch ist wirklich wertvoll. Und: Kümmert euch möglichst früh, am besten in den ersten Bachelor-Semestern, um Stipendien. Das kann euch durch die Studienzeit tragen und nimmt enorm viel Druck heraus.