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Wie wird urbane Logistik 2030 aussehen?

Portrait of Tobias Schönberg
Senior Partner
Berlin Office, Zentraleuropa
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16. Oktober 2018

Vier Szenarien für die Gestaltung städtischer Warenströme

Urbane Logistik – definiert als die Warenströme in­nerhalb der städtischen Fläche – ist nicht nur grundlegend für die Versorgung in der Stadt, sondern auch für die Lebensqualität ihrer Bewohner. Weil mit der rasanten Zunahme innerstädtischer Warenströme die teilweise komplexen Anforderungen verschiedener Interessengruppen (Stadt, Logistiker, Händler und Bür­ger) immer stärker aufeinanderstoßen, steigt der Hand­lungsbedarf.

Vier wesentliche Trends beeinflussen die Versorgung der Städte: Urbanisierung, E-Commerce, wachsendes Kundenbedürfnis nach schneller und individueller Belieferung sowie ein Einzelhandel, der ebenfalls flexiblere und kleinteiligere Lieferungen wünscht. Diese Trends haben nicht nur massive Folgen für die Logistikindustrie, sondern auch für die Bürger, etwa indem das Verkehrsaufkommen steigt und die Luftqualität sinkt.

Für Städte stellt sich die Frage, wie die Entwicklung der urbanen Warenströme nachhaltig gestaltet werden kann und wer in diesem Prozess die Führungsrolle übernimmt: die Logistiker, die Städte oder wird es auf eine enge Abstimmung zwischen Privatwirtschaft und öffentlicher Hand hinauslaufen?

Auf der Suche nach konstruktiven Lösungen liefert die vorliegende Studie "Urbane Logistik 2030 in Deutschland" keine einfachen Antworten, sondern präsentiert vier Szenarien, die so oder ähnlich eintreten könnten.

1. Wilder Westen:

Immer mehr Logistikanbieter konkurrieren mit innova­tiven Zustellkonzepten um die Gunst der Kunden. Da Warenwirtschaftsverkehre wenig reguliert sind, ha­ben innovative Anbieter einen leichten Markteintritt.

2. Regulierte Vielfalt:

Die Stadt definiert und überwacht einen regulatorischen Rahmen, um die urbanen Logistikverkehre effizienter zu steuern und das Verkehrsaufkommen zu reduzieren. Starker Wettbewerb zwischen den Anbietern verhindert die Einführung von Kooperationen und Standards.

3. Stadtplattform:

Alle urbanen Lieferkapazitäten laufen auf einer von der Stadt oder privat in Lizenz betriebenen Plattform zusammen. Diese Plattform bündelt die Warenströme anbieterübergreifend und optimiert mithilfe dezentraler Lager die Belieferung auf der letzten Meile.

4. Koexistenz der Großen:

Es entstehen wenige große, konkurrierende Plattformen, welche die urbane Logistik dominieren. Durch eine steigende Nutzerzahl und ein erhöhtes Liefervolumen können die Plattformen Logistikverkehre effizienter bündeln.

Während die Szenarien die langfristige Perspektive beschreiben, ist es jedoch aus unserer Sicht wichtig, dass die Weichen für die urbane Logistik in 2030 bereits kurz- und mittelfristig gestellt werden. Ein gemeinsames Ziel von Städten und Unternehmen sollte dabei sein, das Szenario "Wilder Westen" zu verhindern, weil dieses unter Aufgabe der Netzwerkeffizienz zu einer starken Zunahme des innerstädtischen Verkehrs und zu einer weiteren Behinderung des Verkehrsflusses führen wird.

Einige Ansatzpunkte hierfür sind etwa die Schaffung eines Ordnungs- und Sanktionierungsrahmens für die urbane Logistik durch die Stadt (Regulierte Vielfalt), die Integration des Managements von Logistikverkehren (Stadtplattform) oder die Förderung der Konsolidierung auf wenigen Plattformen (Koexistenz der Großen). Im Sinne einer wenigstens nicht weiter abnehmenden Lebensqualität in unseren wachsenden Städten sollten jetzt alle beteiligten Akteure den Dialog suchen beziehungsweise intensivieren. Mehr Details finden Sie in der aktuellen Studie.

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Wie wird urbane Logistik im Deutschland des Jahres 2030 aussehen?

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Entlang der Dimensionen Regulierung und Kooperation haben wir vier mögliche Szenarien aufgestellt.

Veröffentlicht Oktober 2018. Vorhanden in
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