Climate Change Combat Radar

Climate Change Combat Radar

4. Mai 2021

Der Roland Berger Climate Change Combat Radar konsolidiert Daten aus 24 Ländern und zeigt auf, welche Maßnahmen zum Klimawandel getroffen werden.

Der Kampf gegen den Klimawandel bringt sowohl Chancen als auch Herausforderungen mit sich. Regierungen auf der ganzen Welt reagieren darauf mit klimabezogenen Richtlinien und Gesetzesvorschriften. Kunden verändern ihr Kaufverhalten. Wenn Unternehmen in der Lage sind, rasch auf diese Marktanforderungen zu reagieren, können sie ihre Wettbewerbsfähigkeit signifikant verbessern. Das Problem dabei ist: Jeder Wandel ist komplex und schwer vorherzubestimmen.

Entscheider benötigen ein Radar, mit dem sie erkennen und verstehen können, was in einem bestimmten Land vor sich geht und was die nahe Zukunft bereithält.

Entdecken Sie den Climate Change Combat Radar von Roland Berger

Erkunden Sie mit unserer interaktiven Grafik die derzeitige Situation, die ergriffenen Maßnahmen und die vorherrschende Haltung in 24 Ländern.

Wie können die Ergebnisse gedeutet werden?

Wie ein Klick auf unseren Climate Change Combat Radar zeigt, erreichen die 24 analysierten Länder insgesamt eher niedrige Bewertungen: Auf einer Skala von 0 bis 5 liegt ihr Durchschnitt bei nur 2,1. An der Spitze der Rangliste steht Schweden mit einem Wert von 3,4.

Hier zeigt sich ein deutlicher Kontrast zur Wahrnehmung des Themas in der breiten Bevölkerung: In den meisten Regionen erkennen rund zwei Drittel der Menschen an, dass der Klimawandel eine Folge menschlichen Handelns ist. Und nicht nur das: 30 bis 50 Prozent der Menschen betrachten den Klimawandel als drängendstes Umweltthema – in manchen Ländern sind es sogar noch deutlich mehr, z.B. in Indien 71 Prozent.

Da Investoren Druck auf die Unternehmen ausüben, muss auch die Wirtschaft reagieren: Laut Bloomberg legen inzwischen fast 2.000 Firmen weltweit ihre Scope-1-THG-Emissionen vollständig offen. Zum Vergleich: 2016 waren es erst 43.

Dagegen scheinen die Regierungen mit ihren Selbstverpflichtungen hinter engagierten Einzelpersonen, Investoren und Unternehmen zurückzubleiben. Unserer Einschätzung nach handelt keines der betrachteten Länder konsequent im Einklang mit dem Pariser Klimaziel, das vorsieht, die globale Erwärmung auf maximal 2°C zu begrenzen. Die Agenda des Umwelt- und Klimaschutzes mit dem Ziel einer nachhaltigen Welt scheint also von den Bürgern und anderen wirtschaftlichen Stakeholdern vorangetrieben zu werden, nicht von der Politik.

Es ist klar, dass die Länder mit ihren Klimaschutzinitiativen ernst machen müssen, wenn katastrophale Folgen vermieden werden sollen. Um die globale Erwärmung auf 1,5°C zu begrenzen, müssen die weltweiten Treibhausgasemissionen in dem Tempo weiter sinken, wie es im Corona-Jahr 2020 zu beobachten war, nämlich um vier bis sieben Prozent pro Jahr. In unserem Climate Change Combat Radar müssten die Länder dafür im Schnitt einen Wert von knapp unter fünf erreichen – ein Ziel, das für die meisten noch in weiter Ferne liegt.

Sind die Aussichten also völlig düster? Wir glauben nicht.

Es gibt Initiativen mit erheblichem Potenzial zur Senkung der Emissionen: Dazu gehört der EU-Emissionshandel genauso wie Maßnahmen zur Bepreisung von Treibhausgasemissionen in Teilen Kanadas und der USA. Auch in China wurde im Februar 2021 ein nationales Emissionshandelssystem eingeführt und einige südostasiatische Länder gehen ebenfalls erste Schritte in diese Richtung. Zudem haben die meisten europäischen Länder den schrittweisen Ausstieg aus der Kohle eingeleitet, China fördert massiv die Umstellung auf saubere Energien und immer mehr Städte verbieten Autos mit Verbrennungsmotoren die Einfahrt. Unsere Schlussfolgerung ist daher hoffnungsvoll: Wir glauben, dass die Begrenzung der globalen Erwärmung auf maximal 2°C immer noch erreichbar ist – vorausgesetzt, Unternehmen, Investoren, Banken, Versicherer, die Öffentlichkeit und die Politik entwickeln schnell genügend Schub in die richtige Richtung. Denn der Weg zu diesem Ziel wird zwangsläufig immer schwieriger, je weiter das aktuelle Jahrzehnt fortschreitet.

In Ländern mit einer motivierten Öffentlichkeit, die die Bekämpfung des Klimawandels unterstützt, gibt es typischerweise auch strengere Vorschriften. Allerdings gibt es auch Länder, in denen in der Politik, trotz engagierter Öffentlichkeit, noch Handlungsbedarf besteht. Hier ist zu erwarten, dass die Regierungen bald mit neuen Richtlinien und Gesetzesvorschriften reagieren werden, was bedeutende Auswirkungen auf die Wirtschaft haben kann. Das Verständnis für die möglichen Konsequenzen daraus ist der Schlüssel zu verlässlichen Entscheidungen.

Roland Berger unterstützt Sie dabei, sich in einer Welt zurecht zu finden, in der der Kampf gegen den Klimawandel immer mehr Priorität gewinnt. Unsere Experten liefern detaillierte Einblicke in verschiedene Länder und Branchen und helfen Ihnen damit, künftige Chancen und Herausforderungen zu erkennen und so anhaltende Wettbewerbsvorteile zu erzielen.

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