Kapitalkosten als strategisches Entscheidungskriterium
Joost Geginat, Beatrix Morath, Roland Wittmann, Philippe Knüsel
2006
Die risikogerechte Allokation des Kapitals stellt nach wie vor eine beträchtliche Herausforderung für zahlreiche Unternehmen dar. Dies ist das Ergebnis einer Befragung, die Roland Berger Strategy Consultants 2005 unter 72 Großunternehmen in Deutschland und der Schweiz durchgeführt hat. Die vorliegende Studie zeigt die bisherige Praxis auf, diskutiert die Stärken und Schwächen der gebräuchlichen Ansätze und leistet einen Beitrag zu einer praxisnahen Lösung.
Der Handlungsdruck ist den Unternehmen wohl bewusst. Denn der Wettbewerb um die Ressource Kapital ist schärfer geworden, seit Renditen international vergleichbar sind und das Kapital den lukrativsten Anlagechancen rund um den Erdball folgen kann. Kapitalallokationsüberlegungen werden im globalen Kampf um finanzielle Mittel zunehmend wichtiger. Hinzu kommt das geschärfte Bewusstsein für das Risiko von Geschäften – auf Seiten der Investoren wie auch der Unternehmen. Der Shareholder-Value-Ansatz der 90er-Jahre hat in den Fokus gerückt, ob ein Geschäft Wert steigernd oder Wert vernichtend ist. So sehen sich Unternehmen gezwungen, ihre Kapitalerträge und -kosten risikogerecht zu erfassen und im Risikomanagement abzubilden. Doch wie lassen sich in den einzelnen Geschäftsfeldern divergierende Risikostrukturen in den Kapitalkosten abbilden?
Die vorliegende Studie will einen Beitrag zu einer praxisnahen Lösung dieser Probleme leisten. Sie stellt die derzeitige Praxis der Kapitalkostenallokation in deutschen und schweizerischen Unternehmen vor, erläutert viel versprechende Ansätze und benennt die Erfolgsfaktoren für die Umsetzung des Kapitalkostenkonzepts auf Geschäftsbereichsebene.
72 CFOs bzw. die Verantwortlichen für Accounting und Controlling der Top-500-Unternehmen in Deutschland (Wirtschaftswoche 2004) und der Top-100-Unternehmen in der Schweiz (Bilanz 2004) beteiligten sich an der Studie.

