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Von der Evolution zur Revolution

Die Beschaffung befindet sich inmitten einer Phase des intensiven Wandels: Die Disruption in Schlüsselbranchen konfrontiert uns mit neuen Herausforderungen und Anforderungen an die Funktion, während interne Kräfte wie Digitalisierung und Automatisierung traditionelle Prozesse auf den Kopf stellen und spannende neue Möglichkeiten für diejenigen schaffen, die mutig genug sind, sich dem Wandel zu stellen. Das Endspiel für die Beschaffung hat begonnen und um dieses zu gewinnen, müssen Unternehmen individuelle Fahrpläne entwickeln, die auf ihre spezifischen Umstände und Anforderungen abgestimmt sind.

Procurement Endgame (auf Englisch)

Die Beschaffung fungierte schon immer als Seismograph des globalen Wandels – ein Frühindikator für Schocks, Störungen und Innovationen, denen die heutigen hochkomplexen, internationalen Unternehmensnetzwerke ausgesetzt sind. Disruptionen in der Industrie, die sich beispielsweise in Form von Veränderungen von Wertschöpfungsketten oder Geschäftsmodellen äußern, lösen zwangsläufig eine Revolution der Funktionen aus, die diese Wertschöpfungsketten steuern. Die nächste und für viele Branchen revolutionäre Phase des Wandels zieht daher einen ebenso revolutionären Wandel im Bereich der Beschaffung nach sich.

Als Beispiel können wir die Beschaffung in der Automobilindustrie heranziehen: Die Einkaufsleiter von morgen müssen das Management von Lieferantennetzwerken genauso gut beherrschen, wie die Beschaffung neuer Software oder Batterien für Elektromotoren. Selbst mit Medienunternehmen müssen sie verhandeln, wenn es beispielsweise um die Verwendung von Inhalten für Virtual-Reality-Brillen geht. Für die Beschaffung werden sich neue Möglichkeiten auftun, Werte zu schaffen. Die Wertschöpfung wird von der Beschaffung von Waren und Dienstleistungen bis hin zum Management von Partnerschaften, Innovationen oder völlig neuen Geschäftsmodellen reichen. In manchen Fällen wird die Beschaffung sogar Einnahmen durch den Umgang mit Daten entlang der Lieferketten generieren. Jetzt ist der geeignete Moment gekommen, die Beschaffung an der Lebensader des Unternehmens zu positionieren.

Vier Faktoren sorgen prägen die Funktion

Gleichzeitig erleben wir nach Jahren der evolutionären Weiterentwicklung eine Zeit revolutionärer Veränderungen in der Beschaffung. Vier Faktoren sind für die Ausprägung der zukünftigen Funktion der Beschaffung verantwortlich: Die Digitalisierung, Automation, Kommerzialisierung und branchenspezifische, disruptive Prozesse. Diese Faktoren werden einen enormen Einfluss auf die zukünftige Organisation der Beschaffung haben.

Beispielsweise werden computerbasierte Bots nicht mehr nur einfache Abläufe abspulen, sondern vermehrt komplexe Aufgabestellungen übernehmen, beispielsweise die Verhandlung mit Lieferanten. Die künstliche Intelligenz (KI) wird zunehmend an Wichtigkeit gewinnen und eine Schlüsselrolle bei der Verbesserung der strategischen und planvollen Beschaffung einnehmen, sowohl im Bereich der Szenarienentwicklung als auch im Rahmen von Entscheidungsbildungsprozessen.

Die Automation wird unweigerlich zu einer Kommerzialisierung vieler Beschaffungsprozesse führen und möglicherweise zu einer späteren Auslagerung an spezialisierte Anbieter. Die Kosten für Beschaffungsprozesse und die Größe von Beschaffungsteams werden sich merklich verringern.

Ein weiteres einschneidendes Element in Rahmen dieses Wandels ist die "Plattformisierung", beziehungsweise die Nutzung von Beschaffungsplattformen. Beschaffungsplattformen bieten gegenüber klassischen Beschaffungskanälen eine ganze Reihe an entscheidenden Vorteilen, wie z.B. niedrigere Transaktionskosten, breite Akzeptanz bei Käufern, wettbewerbsfähige Preise und ein sich automatisch erweiterndes Produktportfolio.

Verschiedene Branchen, verschiedene Herausforderungen

Die disruptiven Kräfte äußern sich ganz unterschiedlich in verschiedenen Branchen, Märkten, Unternehmensstrukturen und Lieferantennetzwerken. Genauso unterscheiden sich folglich von Fall zu Fall die Lösungen. So unterschiedlich die Veränderungen durch die Digitalisierung ausfallen, so speziell müssen die Lösungen auf die Bedürfnisse einzelner Unternehmen zugeschnitten werden. Parallel dazu werden sich die Anforderungen an die Beschaffung hinsichtlich der Unterstützung der Unternehmensstrategie, sowohl innerhalb einer Branche als auch zwischen verschiedenen Branchen erheblich verändern.

Trotz alledem wird die Beschaffungsfunktion in der Form, wie wir sie kennen, aufhören zu existieren. Die Beschaffung der Zukunft wird schlank, flexibel und projektorientiert sein. Große, feste Teams gehören der Vergangenheit an: Technologiedienstleister haben die bisher zeitaufwendigen und arbeitsintensiven Routineaufgaben übernommen und automatisiert. Die Beschaffungsfunktion der Zukunft wird auch eine zunehmend unternehmerische Rolle einnehmen und sich nicht mehr ausschließlich damit befassen, Kosten für Produkte und Dienstleistungen zu senken, sondern ebenso einen Mehrwert zu generieren. Sie wird zunehmend als Vermittler in Netzwerken und Innovationsmanager auftreten.

Diese Verschiebung bedeutet, dass sich der Beschaffungsfunktion jetzt die einmalige Gelegenheit bietet, die Strategieentwicklung ganz oben auf ihre Agenda zu setzen. Eine geeignete Mischung aus Talenten mit den entsprechenden Fähigkeiten ist von Nöten, um in der Lage zu sein, die vielen unbekannten Herausforderungen zu bewältigen, neue disruptive Technologien einzusetzen und kreative Lösungen für komplexe Themen zu erarbeiten.

Die gegenwärtige Ära bietet der Beschaffung die einzigartige Chance, sich als Wertschöpfer neu zu erfinden. Führungskräften in der Beschaffung bietet sich zudem die Möglichkeit, sich als Spielmacher in ihrem Team zu beweisen. Es bietet sich die einmalige Gelegenheit, die Strategieentwicklung noch vor der Betriebsführung an die Spitze der Beschaffungsagenda zu setzen.

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