Battery
Energy storage and EV use is evolving fast. Roland Berger's global Battery consultants helps clients improve strategy and operations across the value chain.
Von Adam Healy, Erin Sowerby, Martin Weissbart und Jack Zhuang
Vor dem Hintergrund politischer und makroökonomischer Unsicherheit war bei der Nutzung von Elektrofahrzeugen (EV) und der zugehörigen Ladeinfrastruktur auch 2024 eine kontinuierlicher Anstieg zu beobachten. Ein genauerer Blick offenbart jedoch regionale und nationale Unterschiede, wie die neueste Ausgabe unseres EV Charging Index zeigt.
"Die Verfügbarkeit öffentlicher Ladesäulen hat sich in den meisten Regionen verbessert, ebenso wie der Anteil der Gleichstrom-Ladepunkte. Dadurch steigt die Nutzerzufriedenheit."
2024 war einer von vier verkauften Neuwagen ein Elektrofahrzeug (einschließlich Plug-in-Hybride) – ein erneuter Anstieg gegenüber 2023, wo nur jedes fünfte Fahrzeug elektrisch angetrieben wurde. Spitzenreiter China konnte seine Position halten und die Durchdringungsrate von 36 % auf 49 % erhöhen, während die EV-Durchdringung in vielen anderen reifen Märkten kaum oder gar nicht vorankam.
Die öffentliche Ladeinfrastruktur wurde in den meisten Regionen weiter ausgebaut. Eine Ausnahme bildet China. Hier musste das Ladenetz erneut einen massiven Anstieg der EV-Verkäufe absorbieren, ist jedoch bereits sehr dicht geknüpft. Hingegen konnte im Nahen Osten der Ausbau der öffentlichen Ladeinfrastruktur mit dem rapiden Wachstum des EV-Absatzes nicht ganz Schritt halten. Auch bei der Ladegeschwindigkeit war generell ein positiver Trend zu beobachten, wobei sich die Zahl der (schnelleren) Gleichstrom-Ladepunkte in allen Regionen erhöhte. In der Folge verbesserte sich auch die Zufriedenheit der Nutzer mit der öffentlichen Ladeinfrastruktur: Rund vier von fünf Umfrageteilnehmern geben an, dass die Nutzung öffentlicher Ladepunkte im vergangenen Jahr komfortabler wurde.
Dass trotz dieser Verbesserungen noch einiges zu tun bleibt, zeigt die anhaltende Klage der EV-Nutzer über zu lange Ladezeiten und fehlende Ladepunkte.
"Elektrofahrzeuge dienen immer häufiger als Erstwagen und direkter Verbrenner-Ersatz."
Was bedeutet dies für unsere Gesamtwertung? China führt unser Ranking an, verdichtet sich das Feld der ambitionierten Verfolger, da jüngere EV-Märkte den etablierten Akteuren zunehmend den Rang ablaufen.
So konnten in den vergangenen zwei Jahren Länder wie Frankreich und das Vereinigte Königreich zu Vorreitern wie Norwegen und Deutschland aufschließen. Zugleich gelang es südostasiatischen Marktteilnehmern wie Thailand und Indonesien, ihre Wertung erheblich zu verbessern. Ähnlich stellt sich die Situation im Nahen Osten und in Schwellenländern wie Brasilien und Indien dar. Vergleichsweise niedrige Durchdringungsraten werden hier durch Verbesserungen bei Ladeinfrastruktur, Technologie und Nutzerzufriedenheit wettgemacht.
"EV-Nutzer laden ihr Fahrzeug in rund der Hälfte der Fälle nicht zuhause auf. Das zeigt, wie wichtig die öffentliche Ladeinfrastruktur ist."
Mit steigender Beliebtheit von Elektrofahrzeugen verändert sich auch das Nutzerverhalten. Zwar wird der Schutz der Umwelt weiter als Hauptgrund für den EV-Kauf genannt, die im Vergleich zu Verbrennern niedrigeren Betriebskosten sind jedoch ein zunehmend wichtiges Argument. Dass 80 % der EV-Nutzer mindestens 10.000 km pro Jahr fahren und 73 % ihr Fahrzeug mindestens viermal pro Woche nutzen, zeigt: Elektrofahrzeuge sind im Alltag angekommen.
Die große Mehrheit der EV-Besitzer hat Zugang zu einer privaten Ladebox, wobei der Home-Charging-Anteil 2024 leicht rückläufig war. Dies entspricht der allmählichen Verschiebung weg vom typischen "EV-Pionier", der seinen Wagen auf dem eigenen Grundstück parkt und lädt. Grundsätzlich ist der Prozentsatz der EV-Nutzer mit privaten Ladestationen in Nordamerika deutlich höher als in anderen Regionen.
"Die EV-Akzeptanz wird immer stärker durch niedrigere Betriebskosten und gute Fahrzeugperformance getrieben. Staatliche Förderungen und Umweltschutz werden hingegen weniger wichtig."
Obwohl 85 % der weltweiten EV-Fahrer Zugang zu privaten oder gemeinsam genutzten Home-Charging-Stationen haben, werden die Fahrzeuge in rund der Hälfte der Fälle nicht zuhause aufgeladen. Dieses Faktum unterstreicht die Bedeutung der öffentlichen Ladeinfrastruktur. Häufigster Anlaufpunkt für das nicht-private Aufladen ist der Einzelhandel.
Ein weiteres Augenmerk der Studie liegt auf dem Markt der Ladepunktbetreiber, der sich insbesondere in Nordamerika und Europa weiterhin schwierig gestaltet. Insgesamt führen Wachstum und zunehmende Reife des Sektors jedoch zu einer zügigen Marktentwicklung.
Weitere Informationen zu den Ranglisten des EV Charging Index sowie zu aktuellen Trends bei Fahrzeugverkäufen, E-Mobilitätspolitik, Ladeinfrastruktur und -markt finden Sie im vollständen Roland Berger Bericht.
Melden Sie sich jetzt an, um die vollständige Publikation zu „EV Charging Index 2025“herunterzuladen. Zusätzlich erhalten Sie regelmäßige News und Updates direkt in Ihre Inbox.