Roland Berger Trend Compendium 2050: Umwelt & Ressourcen

Roland Berger Trend Compendium 2050: Umwelt & Ressourcen

4. November 2021

Trend 3 unseres Trend Compendium 2050 analysiert Klimawandel und Umweltverschmutzung, Ressourcenüberfluss und -knappheit sowie gefährdete Ökosysteme

In Trend 3 unseres Trend Compendium 2050 beschäftigen wir uns mit einem besonders drängenden Megatrend: Umwelt und Ressourcen. Wir befassen uns mit dem Klimawandel und verschiedenen Aspekten der Umweltverschmutzung, mit den Herausforderungen in Bezug auf Ressourcen und mit der Gefährdung von Ökosystemen.

Klimawandel und Umweltverschmutzung: Alle Augen richten sich auf die CO2-Emissionen und die Eindämmung der globalen Erwärmung. Die Luftverschmutzung ist eine der größten Umweltbedrohungen für die Menschheit bis 2050 – wie auch andere Formen der Verschmutzung

Das Ziel, die globale Erwärmung auf weniger als 2°C im Vergleich zum vorindustriellen Niveau zu begrenzen, stellt bis 2050 eine große Herausforderung dar. Der 2015 ausgehandelte Vertrag soll sicherstellen, dass die globalen Treibhausgasemissionen so bald wie möglich ihren Höhepunkt erreichen und dass sich Emissionen und ihr Abbau in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts die Waage halten. 2050 soll es also netto keine Emissionen mehr geben. Die CO2-Konzentration hat jedoch den höchsten Stand aller Zeiten erreicht. CO2 ist, vor Methan und Stickstoffdioxid, das bedeutendste, menschengemachte Treibhausgas. Historisch gesehen gehören die Länder, die sich früh industrialisiert haben, zu den größten Emittenten. In den letzten Jahrzehnten haben andere Länder nachgezogen, und eine Handvoll Länder ist nun für den Löwenanteil der Emissionen verantwortlich. Um bis 2050 eine Netto-Null-Emission zu erreichen , muss der Einsatz erneuerbarer Energien in möglichst vielen Sektoren, Verfahren und Anwendungen drastisch erhöht werden.

Der Temperaturanstieg ist nicht das einzige Problem von globaler Tragweite: Umweltbedrohungen, wie die vielen Formen der Umweltverschmutzung, stellen eine alarmierende globale Belastung für unsere Gesundheit, unsere Wirtschaft und die Natur dar. Die Luftverschmutzung hat sich zwar verringert, ist aber immer noch nahezu universell – 91 % der Weltbevölkerung leben unter Bedingungen, die die WHO-Standards für die Luftqualität verletzen.

Andere Formen der Verschmutzung wie Wasser- und Bodenverschmutzung haben Auswirkungen auf die Qualität unserer Lebensmittel und unseres Trinkwassers. Hinzu kommt ein unzureichender Umgang mit Abfällen. Abfälle, insbesondere Lebensmittelabfälle, tragen in erheblichem Maße zu den weltweiten CO2-Emissionen bei.

Plastik, die langjährige Erfolgsgeschichte des vergangenen Jahrhunderts, wird uns und unserem Planeten zum Verhängnis, da immer kleinere Partikel scheinbar überall zu finden sind – in Tieren, Ozeanen, Böden und der Luft. Selbst wenn wir heute aufhören würden, Kunststoffe in unsere Umwelt einzubringen, wird uns das Erbe der 8 Milliarden Tonnen, die in den letzten sieben Jahrzehnten produziert wurden, noch sehr lange erhalten bleiben.

Ressourcenüberfluss und -knappheit: Ein überlegteres Abwägen von Überfluss und Knappheit der Ressourcen ist erforderlich

Wir überheben uns / sind buchstäblich zu groß für unsere Stiefel: Unser ökologischer Fußabdruck ist 1,7 Mal größer als die Biokapazität der Erde – wobei einige Länder einen weitaus größeren Fußabdruck hinterlassen als andere. Unsere nachhaltige Entwicklung hängt vom überlegten Umgang mit unseren Ressourcen ab, d. h. von der nachhaltigen Bereitstellung von Energie, Nahrungsmitteln, Wasser und Rohstoffen. Der Übergang zu einer nachhaltigeren Energienutzung erfordert zwei Maßnahmen – einerseits Dekarbonisierung durch den Ausbau erneuerbarer Energiequellen, andererseits weitreichende Effizienzsteigerungen. Ersteres ist mit beträchtlichen Investitionen im Energiesektor verbunden, zahlt sich aber in den kommenden Jahrzehnten durch Einsparungen bei den externen Effekten aus.

In den letzten Jahrzehnten sind die Energiepreise für erneuerbare Energieträger, z. B. in Form von Wind- und Solarstrom, gesunken und sind nun wettbewerbsfähig mit fossilen Brennstoffen, was Anreize für Investoren und andere Akteure schafft, den Übergang zu beschleunigen. Weitere technologische Innovationen sind erforderlich, um den Einsatz erneuerbarer Energien zu optimieren, insbesondere im Hinblick auf die Speicherung von Energie.

Neben Energierohstoffen kommt anderen Rohstoffen, insbesondere Metallen, eine bedeutende Rolle bei der Transformation der Wirtschaft zu. Rohstoffvorkommen verteilen sich weltweit sehr unterschiedlich. Einige Länder verfügen über einen großen Anteil an Rohstoffen, die für Produktionsprozesse und Endprodukte relevant sind. Zum Beispiel ist China reich an Seltenen Erden. Diese Stoffe werden insbesondere in Elektrofahrzeugen und Windturbinen benötigt.

Einige Rohstoffe eignen sich außerordentlich gut für die Umstellung von linearen auf zirkuläre Produktionsprozesse. Das Konzept der Kreislaufwirtschaft basiert auf den vier Prinzipien Wiederverwendung, Reparatur, Wiederaufbereitung und Recycling. Es verspricht ein regenerativeres, weniger verschwenderisches Wirtschaftssystem. Wenn die Kreislaufprinzipien auf die Lebensmittelproduktion und den Lebensmittelkonsum ausgedehnt werden, können Herausforderungen in Bezug auf den künftigen Nahrungsmittelbedarf, die erforderliche Flächennutzung und die entstehenden Emissionen bewältigt werden.

Gefährdete Ökosysteme: Alles hängt zusammen, und wir müssen verstehen, was das bedeutet

Während der Klimawandel und seine Bekämpfung die Schlagzeilen beherrschen, scheinen andere Bedrohungen für unsere natürliche Welt von geringerer Bedeutung. Doch das ist nicht der Fall. Intakte Ökosysteme sind nicht nur bedeutend für die Aufnahmen von CO2, sondern stellen uns all das zur Verfügung, was wir brauchen.

Ökologen und andere Umweltexperten betonen seit Langem, dass die Erde aus einer Reihe miteinander verbundener Ökosysteme besteht, die durch menschliche Aktivitäten bedroht sind. Die Existenz aller Arten ist vom Klima geprägt und abhängig. Der Klimawandel ist jedoch nur ein Stressfaktor, wenn es um die Gefährdung von Ökosystemen geht. Land- und Meeresnutzungsänderungen, direkte Ausbeutung, Umweltverschmutzung und die Invasion nichtheimischer Arten sind die anderen Hauptursachen für den Verlust biologischer Vielfalt.

Die menschengemachte Erosion von Ökosystemen und das Aussterben von Arten dauern an. Die Zahl der als bedroht eingestuften Pflanzen- und Tierarten ist in den letzten Jahren erheblich gestiegen, so dass aktuell ein Viertel der Arten vom Aussterben bedroht ist.

Sowohl terrestrische als auch aquatische Ökosysteme haben einen beträchtlichen wirtschaftlichen Wert und sichern weltweit eine große Anzahl von Arbeitsplätzen. Nach Schätzungen des Weltwirtschaftsforums hängt etwa die Hälfte des weltweiten BIP von den Leistungen der Ökosysteme ab.

Allmählich setzt sich ein neues Bewusstsein durch, dass unsere Ökosysteme geschützt und wiederhergestellt werden müssen. Ein globaler Rahmen für die biologische Vielfalt nach 2020 ist in Arbeit, der eine neue Vision für die biologische Vielfalt bis 2050 entwirft und durch führende Politiker auf der ganzen Welt gestärkt wird. Ziel ist, dass unsere Welt nicht nur "Netto-Null" in Bezug auf Emissionen wird, sondern der Natur mehr zurückgegeben wird, als ihr entnommen wird ("Natur-Positiv").

Wie Unternehmen Megatrends nutzen können

Während der Klimawandel den größten wirtschaftlichen Umbruch in diesem Jahrhundert verursacht, können Unternehmen, die jetzt handeln und ihr Geschäft entsprechend transformieren, von einem "First Mover Advantage" profitieren. Die vielen direkten und indirekten Auswirkungen des Klimanotstands – neue Nachhaltigkeitsmaßstäbe, regulatorische Änderungen, geänderte Verbrauchertrends und mehr – werden die globale Unternehmenslandschaft in allen Sektoren prägen. Dieser Wandel erfordert eine Bewertung der Auswirkungen auf die Geschäftsmodelle der Unternehmen nach transparenten Kriterien, mit klar definierten Zielen und realistischen Zeitplänen. Eine Top-level-Strategie ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Transformation, da das Nachhaltigkeitsbewusstsein aller Stakeholder weiter zunimmt.

Es wird auch deutlich, dass der zukünftige Ressourcenmix der Unternehmen ganz anders aussehen wird als heute. Um der Ressourcenknappheit und den Versorgungsrisiken jetzt und in Zukunft entgegenzuwirken, sollten sich Unternehmen in Richtung einer Kreislaufwirtschaft entwickeln, in der Inputs – sowohl Energie als auch Materialien – weniger Schocks und Schwankungen ausgesetzt sind.

"Netto-Null" ist das neue Normal: Unternehmen sollten alle verfügbaren technologischen Möglichkeiten nutzen, um ihre CO2-Emissionen zu reduzieren. Ein umfassenderer Ansatz sieht jedoch vor, dass auch die Möglichkeiten, die sich aus der Natur selbst ergeben, berücksichtigt werden. Die Unterstützung des Naturschutzes und die Wiederherstellung der biologischen Vielfalt tragen ebenfalls dazu bei, den CO2-Fußabdruck eines Unternehmens zu verringern und gleichzeitig fundamentale Ökosystemleistungen für die Nachwelt zu erhalten.

Studie

Roland Berger Trend Compendium 2050: Umwelt & Ressourcen

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In Trend 3 unseres Trendkompendiums 2050 haben wir es mit einem Megatrend zu tun: Umwelt & Ressourcen

Veröffentlicht November 2021. Vorhanden in
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